Autorenportrait der Wirtschaftsdelegierten:
Shanghai – Christina Schösser

Christina Schösser ist für die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA im Land der Mitte unterwegs.

1. Was ist das Besondere an dem Land, in dem Sie gerade sind?

Die Dynamik in China und in Shanghai. Ideen und Konzepte werden hier in Kürze geboren, umgesetzt und auch wieder abgeändert oder verworfen. Das Interesse österreichischer Unternehmen an China ist eigentlich ungebrochen, trotz der veränderten wirtschaftlichen Situation und den Herausforderungen. Unternehmen müssen flexibel sein und auch schnell reagieren können, um hier erfolgreich zu sein. Und genau diese Fähigkeiten sind auch von dem Team des AußenwirtschaftsCenters gefragt.

2. Was sind die Herausforderungen im Leben eines Wirtschaftsdelegierten?

Ich finde vor allem die ersten Monate an einem neuen Posten stellen die größte Herausforderung dar. Ich muss mich in kurzer Zeit in eine neue Welt einleben, privat und beruflich. In China sind Kontaktaufbau und –pflege sehr wichtig. Wir arbeiten ständig daran, ein Netzwerk für österreichische Unternehmen aufzubauen. Das ist ein langwieriger Prozess, bringt aber regelmäßig tolle Erfolge für unsere Mitgliedsfirmen.

3. Was zeichnet einen guten Wirtschaftsdelegierten aus?

Offenheit, persönlicher Einsatz, Flexibilität und unternehmerisches Denken.

4. Welche Eigenschaften muss ein Wirtschaftsdelegierter mitbringen?

Die Grundvoraussetzung ist meiner Meinung nach ein ehrliches Interesse an der österreichischen Wirtschaft. Nur dann kann ich mich im Ausland – in meinem Fall in China –optimal für unsere Exporteure einsetzen. In meiner täglichen Arbeit muss ich komplexe Zusammenhänge rasch verstehen, zusammenfassen und Entscheidungen treffen. Wir bekommen täglich 20 bis 30 Anfragen von österreichischen Firmen zu unterschiedlichsten Themengebieten. Das macht die Arbeit wahnsinnig spannend und gleichzeitig verdammt anspruchsvoll.

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5. Was gefällt Ihnen am besten am Dasein als Wirtschaftsdelegierter?

Die Nähe zu österreichischen Unternehmen. Ich lerne täglich über neue Produkte und Know-How made in Austria. Spannend finde ich es auch, wenn wir Firmen bei der Gründung einer Niederlassung im Ausland beraten und begleiten können. Oft sind wir von Anfang an eingebunden: wir helfen bei der Standortwahl, unterstützen bei der Firmengründung, beraten bei der Personalsuche und sind dann ins laufende Geschäft eingebunden. Und wir freuen uns auch, wenn wir dann bei der Eröffnungsfeier dabei sein können.

6. Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag?

Ganz unterschiedlich. Da kann alles vorkommen und die in China notwendige Spontanität leben wir auch im AußenwirtschaftsCenter. Im Büro koordiniere ich mit meinem Team die optimale Beantwortung der Anfragen österreichischer Firmen. Wir organisieren regelmäßig Wirtschaftsdelegationen nach China, Seminare oder Beteiligungen an Messen. Pro Woche besuchen uns sicher zwei Firmenvertreter im AußenwirtschaftsCenter, um sich über den ostchinesischen Markt zu informieren. Ich nehme auch an Veranstaltungen in meinem Betreuungsbereich teil: Seminare, Networking-Events oder Firmeneröffnungen. Ich versuche auch regelmäßig die Niederlassungen in meiner Region zu besuchen. Einiges an Zeit ist auch für die Kontaktpflege mit unseren Partnern in Shanghai reserviert. In China hat die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA vier AußenwirtschaftsCenter und wir tauschen uns regelmäßig aus und koordinieren unsere Arbeit. Bei einem Team von 12 Mitarbeitern fällt auch einiges an Verwaltung an und dafür ist auch der Wirtschaftsdelegierte verantwortlich.

7. In welchen Ländern waren Sie schon und wo war es am spannendsten?

Ich bin seit 2002 bei der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA; ich habe direkt nach meinem Studium an der WU in Wien begonnen. Meine drei Einsätze als Wirtschaftsdelegierte Stellvertreterin haben mich nach London, Peking und Warschau geführt. Dann war ich 3 Jahre in Wien als Regionalmanagerin für Fernost & Ozeanien zuständig. Den Posten als Wirtschaftsdelegierte in Shanghai habe ich erst im September 2015 angetreten. Ich kann gar nicht sagen, welches Land für mich am spannendsten war. In jedem Land setzen wir andere Schwerpunkte auf Grund der wirtschaftlichen Struktur und der Interessen österreichischer Firmen. Nach meinem ersten Einsatz in Peking von 2006 bis 2009 wurde mir aber bald klar, dass ich sehr gerne nochmals in China für die Wirtschaftskammer Österreich tätig sein möchte.

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