Autorenportrait der Wirtschaftsdelegierten: Kairo – Martin Woller

In Ägypten leitet Martin Woller das AußenwirtschaftsCenter Kairo.

1. Was ist das Besondere an dem Land, in dem Sie gerade sind?

Ägypten – die Mutter der Welt – verfügt einerseits über eine alte, lang gefestigte Hochkultur, verändert sich andererseits aber seit dem arabischen Frühling rasant und fallweise unvorhersehbar.

Ägypten und Kairo bieten ein spannendes wirtschaftliches Umfeld mit großen Herausforderungen und viel Potential, auch für österreichische Firmen.

2. Was sind die Herausforderungen im Leben eines Wirtschaftsdelegierten?

Gelebte Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und sich beinahe täglich neu erfinden. Die einzige Konstante ist die ständige Bewegung, geographisch wie kulturell.

3. Was zeichnet einen guten Wirtschaftsdelegierten aus?

Neugierde und Lernbereitschaft sowie Anpassungsfähigkeit. Niemand weiß alles. Eine schnelle Einarbeitung in Themen und Prozesse ist somit essentiell, egal ob es um lokale Besonderheiten geht, oder ob es sich um eine neue Technologie handelt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit im kleinen Team am jeweiligen AußenwirtschaftsCenter ist der Schlüssel zum Erfolg, denn das Fachwissen und die Kontakte liegen bei den Expertinnen und Experten vor Ort.

4. Welche Eigenschaften muss ein Wirtschaftsdelegierter mitbringen?

  • Unternehmertum denken/handeln/leben
  • überzeugendes Auftreten
  • Kommunikations- und Teamfähigkeit, Offenheit
  • hohe Mobilität und Bereitschaft, an verschiedensten Orten der Welt zu arbeiten
  • Engagement und Belastbarkeit

… so zumindest laut Stellenbeschreibung.

Martin Woller WD Kairo Suezkanal

Auf dem Suezkanal

5. Was gefällt Ihnen am besten am Dasein als Wirtschaftsdelegierter?

Die abwechslungsreiche Tätigkeit vor Ort (wo auch immer das gerade sein mag, bevorzugt in spannenden Gegenden; ich habe in den letzten 6 Jahren in 6 Städten gewohnt) gepaart mit der Konstante für die österreichische Wirtschaft zu arbeiten.

6. Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag?

Vom Bürojob am Schreibtisch über tolle Gespräche mit Partnern und Kunden von österreichischen Firmen bis hin zur Wahrnehmung von teils sonderbaren Geschäftsterminen an Orten die aus Sicherheitsgründen eigentlich „off grid“ sind, ist alles dabei.

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Kairo und seine Lebensader – der Nil

7. In welchen Ländern waren Sie schon und wo war es am spannendsten?

Der erste Posten in Lagos – eine sehr Horizont-erweiternde Zeit – ermöglichte mir das Erlernen „unseres Handwerkes“ in einem sehr ungewöhnlichen und schwierigen Umfeld mit speziellen Kundenbedürfnissen sowohl von österreichischer wie auch nigerianischer Seite. Der Einsatz in Shanghai, war obwohl kurz äußerst intensiv, da im Rahmen der Expo 2010 Shanghai Veranstaltungen und Delegationen ein beinahe ungesundes Ausmaß erreichten. Der china-interne Wechsel nach Guangzhou führte zu einem viel umfassenderen und differenzierterem Bild Chinas. Der Einsatz in Tripolis war, ob der Umstände vor Ort, zwar nicht sehr lebenswert, jedoch definitiv herausfordernd und bzgl. Erfahrung bereichernd. Sämtliche Posten waren in Ländern, welche eine hohe Integrationsfähigkeit, Offenheit aber auch Ausgeglichenheit voraussetzen. Spannend war es überall auf seine eigene Art.

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