Südafrika und der Mythos China

Chinesische Investitionen in Afrika: Fluch oder Segen?

Weihnachten kam letztes Jahr etwas früher in Südafrika

Es kam auch nicht der Weihnachtsmann, sondern China´s Staatspräsident Xi Jinping. Im Gepäck hatte er 60 Mrd. USD in Form von Krediten und Hilfsgeldern für Afrika. Die Rolle Chinas in Afrika oft kritisch als neue Form des Kolonialismus bezeichnet. Kaum ein neuer Flughafen, eine Straße oder eine Eisenbahnlinie wird hier ohne chinesische Beteiligung gebaut. Im Gegenzug sichert sich China Zugang zu den afrikanischen Rohstoffen. Doch so einfach ist die Gleichung nicht.

Seit 2000 hat sich China als größter Handelspartner des Kontinents profiliert. Auch Südafrika ist hier keine Ausnahme. Von 2009 bis 2014 ist der bilaterale Handel zwischen Südafrika und China von ZAR 118 Mrd. auf ZAR 261 Mrd. gestiegen. Mehr als 80 chinesische Unternehmen haben bereits einen Sitz in SA und haben bereits einiges investiert.

Mehr als 80 Unternehmen? Wirklich? Allein aus Österreich haben rund 60 Unternehmen in Südafrika investiert. Hier von Neo-Kolonialisierung zu sprechen scheint übertrieben. Daher ist auch die Rolle von China differenzierter zu betrachten. Schon lange beschränken sich die chinesischen Investitionen in Südafrika nicht nur auf Rohstoffe. Chinesen investieren in Weingütern ebenso wie in Fabriken oder Immobilien, berichtet die South China Morning Post. Ein völlig neues Stadtviertel Modderfontein New City entsteht vor den Toren von Johannesburg. China ist schon heute aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

Auch im Automobilsektor mischen die Chinesen mit. FAW produziert seit 2014 Lastkraftwagen in Südafrika. Von Anfang an mit dabei ein Österreicher, Richard Leiter, FAW Executive Director. Nicht nur dieses Beispiel zeigt, dass man mit China auch in Südafrika Geschäfte machen kann. Österreichische Unternehme nutzen auch ihre eigenen Produktionsstätten in China für den Ausbau der Geschäfte im südlichen Afrika. Diese Ansätze zeigen, dass wir auch mit einem wachsenden Einfluss von China in Afrika zurechtkommen können.

Die Auswirkungen des langsameren Wachstums Chinas und die gesunkene Rohstoffnachfrage sind natürlich auch in Südafrika zu spüren. Die Präsenz der chinesischen Investoren im Land trägt aber dennoch zur wirtschaftlichen Entwicklung in Südafrika bei.

 

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