Megalopolis Ciudad de Mexico

5 prominente Architekten teilen ihre Vision mit uns

México D.F. – Föderaler Distrikt Mexiko – wird bald Geschichte sein: Ciudad de México – Stadt Mexiko – wird in Kürze zum 32. Bundesstaat Mexikos. Hauptstadt des 120 Mio.-Einwohnerlandes war man immer schon, jetzt eben auch Bundesstaat. Die 8 Millionen Einwohner entsprechen der Größe Österreichs, aber das ist nicht alles: im Großraum der Stadt leben rund 25 Mio. Menschen, also ein Fünftel der Bevölkerung Mexikos. Vor 60 Jahren waren es vielleicht ein Drittel hiervon,  8 bis 10 Mio., so genau wusste man das gar nicht, woran sich bis heute nicht viel geändert hat.

Als ich 1980 zum ersten Mal nach Stadt Mexiko kam, in einem uralten Volkswagen-Camper, es war Jänner, war der winterliche Himmel der Stadt genauso grau und der Verkehr in meiner Erinnerung sogar noch schlimmer als heute. Aber vielleicht verklärt sich das nur mit den Jahren. Fest steht, dass Bevölkerung und Verkehr in den vergangenen Jahrzehnten immer noch schneller gewachsen sind als die Infrastruktur dazu, von der Wohnsituation ganz zu schweigen. Und dass wir im Februar und März 2016 wochenlang Umweltalarm hatten, erklärt nicht nur meine aktuelle verstopfte Nase, nein – es waren die schlechtesten Luftwerte seit über 20 Jahren!

Prominente mexikanische Architekten bei der „Future of Building“-Konferenz in Wien

Zur Konferenz „Future of Building“ am 18. und 19. April dieses Jahres in der WKÖ in Wien haben sich fünf prominente mexikanische Architekten angesagt, die auch gerne für B2B-Gespräche zur Verfügung stehen. Diese will ich Ihnen hier vorstellen:

 

Und wie sieht ihre Vision 2030 aus?

Jose Luis Cortés, Präsident der Architektenkammer der Stadt Mexiko

Ausgehend von einem optimistischen Szenario ist zu berücksichtigen, dass ich das große Potenzial Mexikos schätze, dass das Land durch seine privilegierte geographische Lage, der Unmengen an natürlichen Ressourcen, durch seine lange vorkoloniale und koloniale Geschichte, durch seine attraktiven touristischen und kulturellen Ziele und zuletzt wegen der äußerst jungen mexikanischen Bevölkerung und einer in weiten Landesteilen geringen Bevölkerungsdichte aufzuweisen hat. Mehr…

Iñaki Echeverria

2030 wird Mexiko-Stadt nicht mehr durch ihre Größe und Bevölkerung als Ausnahmeerscheinung gelten: Weltweit werden mehr als 30 Städte 20 Millionen Einwohner haben. Bereits heute gibt es eine Region in China, deren Großstadtbereich 120 Millionen Menschen umfasst.
In der Welt der sog. „Megacities“ erweisen sich die aus den letzten 50 Jahren gesammelten Erfahrungen, wie man eine Stadt bewohnt und verwaltet, von unschätzbarem Wert. Mexiko-Stadt wird dann eine maßgebliche Referenz sein, besonders für zum jetzigen Zeitpunkt neuwachsende Städte, in Afrika, Indien und Asien. Unsere Fehler aber auch unsere Erfolge werden hier dazu beitragen, Städte zukünftig besser zu gestalten. Mehr…

Einkaufszentrum Liverpool Altabrisa (Villahermosa)

Einkaufszentrum Liverpool Altabrisa (Villahermosa)

 

Víctor Márquez

Etwas Gutes ist passiert mit einigen Städten, die an einer bestimmten kulturellen oder religiösen Ausgrenzung leiden, vor allem während der letzten zehn Jahre. Seoul, Istanbul, Melbourne und Mexiko-Stadt sind gute Beispiele für eine wachsende Offenheit dank einer neuen Generation von Politikern ohne Atavismen, die andere Länder bereist haben und über Ihren Tellerrand geschaut haben, und auf diese Weise fast von Null an mit einer Transformation beginnen, die schon seit Jahrzehnten überfällig war.

Mexiko-Stadt, eine Weltmetropole, die bis dahin selten in dieser Größe dagewesen ist, und vielleicht liegt genau darin das Potenzial, eine erfolgreiche Zukunft zu erreichen. In meinen Träumen stelle ich mir eine fußgängerfreundliche Stadt voller Wolkenkratzer und Parks vor, ohne Gewalt, mit einem guten System an öffentlichen Verkehrsmitteln und ein Zusammenleben ohne große soziale Ungleichheiten. Mehr…

MAIRENA BOSQUES

Restaurant MAIRENA BOSQUES, Ciudad de Mexico

 

JULIO GAETA (@juliogaeta): war gemeinsam mit Luby Springall 2014 Designer und Kurator des Mexiko-Pavillons auf der 14. Biennale in Venedig.

Das wichtigste in unmittelbarer Zukunft und Richtung 2030 ist:

  1. Soziale Konflikte in Städten erkennen und Lösungen dazu erarbeiten: gegen Groll, Gewaltschauplätze und soziale Ungleichgewichte
  2. Einschließendere und demokratischere Städte entwickeln
  3. Aus sozialer Sicht effiziente Umgebungen schaffen, hergeleitet vom Gemeinschaftssinn und von gemeinschaftlicher Infrastruktur
  4. Neue Städte bauen, die mehr ein- und nicht ausschließen, ausgewogener, demokratischer und wirksamer sind.
  5. In der Stadt soll Reichtum und gleichzeitig Gemeinwohl erreicht werden

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Torre Siroco, Ciudad de Mexico

Torre Siroco, Ciudad de Mexico

Benjamín Romano

Aufgrund der demographischen Gegebenheiten des Landes und der hohen Kosten, die für die Errichtung urbaner Infrastruktur für Städte mit einer breiten horizontalen Ausdehnung anfallen, meine ich, dass sich Mexiko-Stadt wesentlich verändern wird. Ich denke, dass die Stadt vertikal wachsen muss, um eine größere urbane Dichte zu erhalten. Aus diesem Grund müssen viele Immobilien, die sich im Zentrum von Mexiko-Stadt befinden, renoviert oder abgerissen und durch Effizientere ersetzt werden. Mehr…

Torre Reforma, Ciudad de Mexico

Torre Reforma, Ciudad de Mexico

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