Alles neu macht der Mai…

oder wie österreichische Firmen Ihre Präsenz in China ausbauen

Vor einiger Zeit habe ich über die Austrian Business Confidence Survey 2015 berichtet. Eine der Kernaussagen unserer Studie war ja, dass österreichische Firmen ihre Präsenz vor Ort halten bzw. neue Niederlassungen aufmachen wollen.

In den letzten Monaten konnte ich mich dann selbst vergewissern, dass unsere Befragung auch der Realität entspricht.

Angefangen hat’s im März 2016. Da hat die Wire Technology Business Unit der voestalpine eine neue Produktionsstätte in Suzhou eröffnet. Dort werden in Zukunft hochwertige Drahtlösungen für chinesische Kunden hergestellt. Die österreichische voestalpine ist bereits seit 2004 mit Niederlassungen in China vertreten – damals hat die Firma mit einem Joint Venture gestartet. Heute – mit der neuen voestalpine Wire Suzhou – verfügt das österreichische Vorzeigeunternehmen über 22 Standorte in China mit über 2.200 Mitarbeitern.

Rund gings dann in der dritten Märzwoche
mit 3 neuen Niederlassungen

 

Am 16.3. wurde die Palfinger Trading (Shanghai) Co., Ltd. eröffnet; die neue Handelsfirma, eine Niederlassung der PALFINGER Gruppe – Weltmarktführer bei Ladekranen, Marinekranen, Windkranen und Containerwechselsystemen – wird die innovativen Hebe-Lösungen und Kräne für Nutzfahrzeuge und den maritimen Bereich nach China bringen. PALFINGER ist natürlich auch schon lange präsent vor Ort – mit heute insgesamt 7 Niederlassungen2012 hat PALFINGER einen Joint Venture mit SANY, dem größten chinesischen Baumaschinen-Hersteller gegründet und seit 2014 ist SANY mit einem 10% Anteil der zweitgrößte Aktionär der PALFINGER Gruppe. PALFINGER SANY produziert in Rudong Mobilkranprodukte.

 

Vorarlberg zeigt Präsenz

 

Am 17. März hat dann der Vorarlberger Spezialist für Kunststoffverpackungen ALPLA in Shanghai ein neues Kompetenzzentrum eröffnet. Auf rund 8.500 m² entwickeln und produzieren im ALPLA (China) Technologies Competence Center in Shanghai 120 Mitarbeiter unter denselben Voraussetzungen wie im Technical Center in Hard mit modernster technischer Ausrüstung hochwertige kundenspezifische Kunststofflösungen. ALPLA hat 2007 das erste Werk in Tianjin eröffnet und seitdem ordentlich expandiert im Reich der Mitte: heute betreibt ALPLA neben dem Kompetenzzentrum vier Basisbetriebe und zwei Inhouse-Werke vor Ort.

Neben Know-How im Kunststoffsektor exportiert ALPLA auch das österreichische duale Ausbildungssystem nach China. ALPLA Shanghai ist gemeinsam mit der Niederlassung von ENGEL einer der Träger des Pilot-Lehrlingsausbildungsprojekts der Wirtschaftskammer Österreich / AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und dem WIFI International. Seit 2014 bilden die Firmen chinesische Lehrlinge nach österreichischem Ausbildungsprinzip in Metalltechnik bzw. Kunststoffformgebung aus; der Lehrabschluss wird in Österreich und China anerkannt! Mehr dazu auch auf folgenden Webseiten:

Gleich einen Tag später war ich beim nächsten Weltmarktführer aus Vorarlberg: im Industriepark im Bezirk Qingpu hat die auf Beschlaglösungen spezialisierte Julius Blum GmbH ihr neues „China Logistics & Operation Center“ eröffnet. Vom neuen Zentrallager mit einer Fläche von 29.000 Quadratmetern – das alte wurde sehr schnell zu klein – werden in Zukunft in Österreich gefertigte Beschlagsysteme ausgeliefert. Blum hat bereits 2002 begonnen, den chinesischen Markt zu bearbeiten und beliefert von der Niederlassung in Shanghai – Blum Furniture Hardware (Shanghai) Co., Ltd. – erfolgreich Kunden in der chinesischen Küchen- und Möbelindustrie. Mit seinen 225 Mitarbeitern in 8 Büros und Lagerhäusern in ganz China setzt Blum auch vor Ort auf Lokalisierung und Kundennähe!

Internationalität wird bei Blum großgeschrieben; die Produkte aus den 7 Werken in Vorarlberg sowie Polen, den USA und Brasilien werden bereits in 120 Länder exportiert! Aber auch die Unternehmenswerte wie Umweltverträglichkeit und Mitarbeiterentwicklung werden exportiert: So steht zB für den Weg zwischen den beiden Lagern in Shanghai ein Elektro-Auto zur Verfügung und ein Teil der Energie für das neue Zentrallager kommt von einer Solaranlage am Dach. (Mehr zur Blum Strategie in China im Interview des scheidenden GM Maarten de Vries.)

 

Was hat sich sonst noch so in den letzten Wochen in unserem Betreuungsbereich – das sind neben Shanghai die Provinzen Anhui, Fujian, Jiangsu, Jiangxi und Zhejiang – getan?

Anlass zum Feiern war die (Wieder)Aufnahme einer direkten Flugverbindung der Austrian Airlines zwischen Wien und Shanghai am 6. April 2016. Als AußenwirtschaftsCenter in Shanghai waren wir aktiv in die Organisation eines tollen Launch-Events in Shanghai eingebunden und konnten die österreichische Business Community zu dem Abend unter dem Motto „falling in love with Vienna“ einladen – Julius Meinl Kaffee-Bar inklusive.

 

Österreich im chinesischen Wolkenkratzer der Superlative

 

Am am 10. April haben wir dann eine Gruppe österreichischer Journalisten vor Ort betreut. Grund genug gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Wiener Lampen-Traditionsunternehmens Kolarz deren Prestigeprojekt – Deckenleuchten für den neuen 632 m hohen Shanghai Tower – zu präsentieren.

Am 12. April wurde an der Tongji Universität in Shanghai dann noch das Verbindungsbüros der TU Graz eröffnet  und am 19.4. fand der offizielle kick-off des von der Firma Lohmann & Rauscher ins Leben gerufenen akademischen Ausbildungsprogramms zum Lymphtherapeuten statt. Gemeinsam mit Partnern aus Österreich und der Shanghai Chinese Traditional Medical University sowie dem Longhua Hospital in Shanghai werden ab heuer in neu errichteten Lymphedema Training Bases Krankenschwestern nach europäischen Standards ausgebildet.

Mehr Informationen und Hintergrundstories zu den Entwicklungen im Betreuungsbereich meiner Kollegen der AußenwirtschaftsCenter in Peking, Hongkong und Guangzhou findet man auf der China-Webseite der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA oder direkt per E-Mail mit unserem Newsletter, dem AUSSENWIRTSCHAFT WEEKLY. Bei Interesse, einfach anmelden auf unserer Webseite.

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