Mexiko – achtgrößter Markt für Luxusgüter

Konsum von Luxusgütern boomt in Mexiko

Der Mexikaner, der keine Economy Class kennt, nie den Trubel der Metro zu Gesicht bekommt und es liebt, sich mit Gourmet-Food und den exklusivsten importierten Weinen den Gaumen zu verwöhnen – diesem weitgehend unbekannten Mexiko-Bild will ich in diesem Beitrag nachgehen. Und welche Chancen ergeben sich daraus für Österreich?

Mexiko liegt mit seinen rd. 120 Mio. Einwohnern gemessen am Bruttoinlandsprodukt an 14. Stelle weltweit. Als Markt für Luxusgüter liegt das Land jedoch unter den Top 10 der Welt: immerhin auf Rang 8. Die Zielgruppe für teure Luxusgüter existiert und wächst schneller als in anderen Ländern Lateinamerikas. Die Besserverdiener geben ihr Geld bevorzugt für Mode, Schmuck und Uhren, Autos, Reisen, Luxushotels, gehobene Gastronomie, Weine und Spirituosen aus. Die Käufer von Luxusgütern sind vorwiegend männlich, zwischen 36 und 50 Jahre alt und Unternehmer.

Momentan verfügen zwar weniger als 30% der Mexikaner über die Mittel, solche Luxusgüter zu erwerben, doch auch die Mittelklasse gewinnt an Kaufkraft und schraubt ihre Ansprüche nach oben. Weiters trägt die stabile Wirtschaft des Landes zu einem erhöhten Wachstumspotential des Luxussektors bei. Jene Mexikaner, die überall hinfahren können, wohin es sie zieht und sich kaufen können, was ihr Herz begehrt, brauchen keinen Kredit, denn sie sind die Bank. Und das gilt in Mexiko nicht ausschließlich für Carlos Slim. Das Vermögen der 4 reichsten Mexikaner macht 9 % des BIP aus. Die Zahl der Millionäre steigt. Und auf 10 % der Bevölkerung entfallen 64 % des mexikanischen Reichtums.

Der Kontrast zwischen arm und reich spiegelt sich entlang der Hauptverkehrsader Paseo de la Reforma, die die Stadt Mexiko von Westen nach Osten kreuzt, wider.

Die Straße führt vom reichen Santa Fe, wo man Niederlassungen von globalen Unternehmen und die teuersten Privatuniversitäten der Stadt findet, über Polanco, mit seinen luxuriösen Wohnungen und ausländischen Markengeschäften. Anschließend gelangt man ins Stadtviertel Cuauhtémoc, wo die zwei höchsten Türme von Mexiko stehen und passiert die Denkmäler der römischen Jagdgöttin Diana, sowie den Engel der Unabhängigkeit. Je weiter man ans Ende dieser Strasse gelangt umso ärmer werden die Wohngegenden: das Viertel Tepito sollte man eher meiden.

Die Bilder oben hab ich von der Torre Reforma aus geschossen – der höchste Wolkenkratzer Lateinamerikas ist knapp vor Fertigstellung und wurde von Stararchitekt Benjamin Romano erbaut. Er war im April in Wien und hat sich auf der „Future of Building“-Konferenz wertvolle neue Anregungen geholt, wie er mir versicherte. In einem nächsten Beitrag erzähle ich Ihnen gerne mehr vom heutigen Besuch in diesem spannenden neuen Gebäude und von seinem Architekten.

Antara wiederum – eines der exklusivsten Einkaufszentren, das Mexiko zu bieten hat, wurde im Jahre 2006 erbaut. Ein Luxuseinkaufszentrum, welches strahlt vor Schönheit, Glamour und Stil. Mitten im Stadtteil Polanco finden sich hier namhafte Stores wie Chanel, Marc Jacobs, Hugo Boss und viele mehr, um jeglichen Herzenswunsch des wohlhabenden Mexikaners zu erfüllen. Jährlich finden in dieser traumhaften Open-Air Location zahlreiche Konzerte, Modeschauen und Ausstellungen statt. Und die teuerste Meile in Polanco ist der obere Teil der Avenida Presidente Masaryk. Mit einer Rieseninvestition wurde die Prachtstrasse 2014-2015 auf den letzten Stand gebracht. Das AussenwirtschaftsCenter Mexiko teilt die Strassenadresse, liegt jedoch im unteren Teil, der von Bürohäusern dominiert wird.  

Und wo steht Österreich?

Österreich steht im Image von Mexikos Oberschicht hoch oben. Nicht nur Kaiser Maximilian, in dessen knapper Regentschaft immerhin der heutige Paseo de la Reforma gebaut wurde, hilft dabei: Kultur, Musik und Reisen, aber auch hochqualitative Konsumgüter prägen das Österreich-Image.

Modetempel Antara Polanco - Swarovski vorne dabei

Modetempel Antara Polanco – Swarovski vorne dabei

Natürlich sind Swarovski, Riedel, Red Bull, KTM und andere in diesem Segment bestens positioniert. Aber auch österreichische Weine fehlen zwischenzeitlich nicht mehr in den besten Restaurants der Stadt. Und so gelang mir im November letzten Jahres der Sprung ins Radiostudio von Radio Red/Radio Empresarial zur einer Live-Weinverkostung mit dem bekannten Moderator Alonso Castellot. Eine ausgesprochene Ehre noch dazu: Jeden Freitag Abend zur Hauptsendezeit präsentiert Alonso seit Jahren ausschließlich mexikanische Weine – mit Österreich wurde zum ersten Mal eine große Ausnahme gemacht. Mexikanische Weine erzielen aufgrund relativ kleiner Produktion und eines ausgefeilten Marketings am lokalen Markt im übrigen Spitzenpreise im Vergleich zu importierten Weinen aus aller Welt. Bewunderswert.

Und Österreich als Reiseland wird nicht weniger geschätzt. Um Mexikaner davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, auf einer Europa-Reise mehr als einen Aufenthaltstag in Österreich einzuplanen, hat das AußenwirtschaftsCenter Mexiko mit einer „Discover Austria“-Roadshow im vergangenen Oktober in den 4 größten Ballungszentren des Landes in Monterrey, Guadalajara, Puebla und Stadt Mexiko eine Tourismuswerbeoffensive gestartet, die überragenden Anklang fand. Seither ist beispielsweise Lech/Zürs als einzige europäische Destination im Katalog des wichtigsten Veranstalters für exklusive Schireisen in Mexiko. Und der mexikanische Vizetourismusminister Maas kam zum abschließenden Netzwerkempfang – braucht es mehr Beweis, dass Österreich als Tourismusland was zu bieten hat?

Francisco Maass Peña Vizetourismusminister Mexikos mit Fritz Steinecker

Francisco Maas Peña
Vizetourismusminister Mexikos mit Fritz Steinecker

Bei der kommenden „Discover Austria“-Roadshow im September 2016 haben noch einige mehr Tourismusanbieter Platz. Noch haben nicht alle Regionen Österreichs den mexikanischen Markt entdeckt. Ein 5-Sterne-Markt: mehr Infos zu unserem Event im September finden Sie hier.

 

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