Zentralamerika – klein aber fein

Die (fast) vergessenen Zwerge mit gar nicht so kleinem Potenzial

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Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama: 7 Länder, die im Grunde zu wenig Aufmerksamkeit finden, es sei denn, dass gerade die Panama-Papers „top of the news“ sind, eine Naturkatastrophe hereinbricht oder Bandenkriminalität in einzelnen Regionen das Thema ist.

Aus österreichischer Sicht immerhin ein Absatzmarkt von zusammen 80 bis 100 Mio. EURO im Jahr, also vergleichbar mit Ländern wie Uzbekistan, Tunesien, Oman, Nigerien oder Peru. Es dominiert das Projektgeschäft im Bereich Kraftwerksanlagen, Erneuerbare Energie und Spitalsausrüstung. Aber auch alles was in der Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung benötigt wird, kann ebenso von Interesse sein wie pharmazeutische Produkte, Papier, Mess-, Hebe- und Fördergeräte, um nur einige zu nennen.  Mehr zu jedem einzelnen Land finden Sie in unseren gerade aktualisierten Updates. Klicken Sie einfach auf das jeweilige Land am Beginn des 1. Absatzes.

Am Beispiel des Energiewandels will ich Ihnen hier das Potenzial dieser Länder näher bringen.

Fokus auf Erneuerbare Energie

Mit einer eigenen Version der Energiewende wollen die zentralamerikanischen Länder ihre Abhängigkeit von Erdöl als Energieträger reduzieren und durch erneuerbare Energiequellen ersetzen. Erdöl deckt immer noch ungefähr ein Drittel des Energiebedarfs in Zentralamerika, vor allem die Umweltbelastung und stetig steigende Devisenabflüsse sind den Regierungen ein Dorn im Auge. Ein weiteres Problem ist die Gefährdung der Wasserkraft durch den Klimawandel. Nicht nur verfügen die einzelnen zentralamerikanischen Länder über gute Voraussetzungen für die Nutzung von Solarenergie, Windenergie, Biomasse und Geothermie, auch stehen durch erneuerbare Energieträger mittlerweile kostengünstige Alternativen zur Verfügung zu fossilen Brennstoffen. Schon jetzt beträgt der Anteil der Stromerzeugung durch erneuerbare Energie, die nicht aus Wasserkraftwerken stammt, 13 % und liegt somit weit über dem globalen Durchschnitt von 5 %. Abgesehen von der teils prekären Sicherheitslage, fehlen nicht nur steuerliche Anreize und gesetzliche Rahmenbedingungen, sondern auch der Zugang zu qualifiziertem Personal und den passenden Finanz- und Unternehmensdienstleistungen, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Allerdings muss auch gesagt werden, dass in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen wurden, das Investitionsklima zu verbessern und Investoren anzuziehen. Waren es im Jahr 2013 noch USD 759 Mio. stiegen die Investitionen in Zentralamerika im Bereich der erneuerbaren Energie auf USD 2.8 Mrd. im Jahr 2014. Das Potential ist groß. Durch Nutzung der Geothermie könnte doppelt so viel Energie in dieser Region bereitgestellt werden, wie die Nachfrage bis 2020 verlangt. Auch im Bereich der Windenergie wird nur ein Prozent der potenziell verfügbaren Ressourcen genutzt. Es wäre nicht nur technisch möglich, eine schnelle Wende hin zu 100 % erneuerbarer Energie zu schaffen, sondern sozioökonomisch wünschenswert, weil dort immer noch 7 Millionen Menschen unzureichenden Zugang zu Elektrizität haben.

Beispiel Costa Rica

Costa Rica prescht mit hochgesteckten Zielen voran und wünscht sich ab 2021 CO2 neutral zu sein. Im Jahr 2015 erreichten sie bereits eine Abdeckung mit erneuerbarer Energie von 93 %. Damit wäre Costa Rica das erste CO2 neutrale Land der Welt. Diese Abdeckung durch grüne Energie hat sich durch Preissenkungen schon für den Verbraucher bemerkbar gemacht. Im März 2015 hat Costa Rica verlautbart, dass es die letzten 75 Tage nur Elektrizität aus erneuerbaren Quellen gewonnen hat. Allerdings stammt ein großer Teil davon aus Wasserkraft und eine unübliche starke Regenperiode hat diesen Rekord möglich gemacht. Die Schattenseite liegt aber daran, dass es konstant Niederschlag braucht. Ein paar Monate zuvor litt das Land an einer der heftigsten Dürreperioden und Unternehmen mussten für die Stromversorgung auf fossile Brennstoffe zurückgreifen.

Lebensmotto Costa Rica

Wirtschaftsmission mit der Österreichischen Entwicklungsbank im Oktober 2015

Das AußenwirtschaftsCenter Mexiko veranstaltete mit Schwerpunkt auf das Thema erneuerbare Energien in Kooperation mit der Österreichischen Entwicklungsbank (OeEB) im Oktober 2015 zum zweiten Mal in Folge eine Wirtschaftsmission nach Zentralamerika (Guatemala, Honduras, Panama). Im Vordergrund stand dabei die Zusammenführung von österreichischen Technologieanbietern, zentralamerikanischen Projektentwicklern sowie Experten von internationalen Finanzierungsinstitutionen. An den einzelnen Veranstaltungsorten erfolgte die Präsentation österreichischer Technologie vor einem ausgewählten zentralamerikanischen Publikum, gefolgt von B2B-Gesprächen mit zentralamerikanischen Projektentwicklern und Vertretern der internationalen Finanzierungsinstitutionen sowie der Besuch von unter OeEB-Beteiligung finanzierten Vorzeigeprojekten. Die ÖKB hat dazu in der Sonderausgabe 1a/2016 ihrer Kundenzeitschrift RELEVANT einen spannenden Beitrag zu Honduras veröffentlicht. Weitere Informationen zum Projekt „Valle Solar Nacaome“ finden Sie hier.

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Andrea Hagmann, Vorstandsmitglied der OeEB (Bildmitte) und Helga Schmoigl (zweite von re.) mit den WIMI-Teilnehmern im größten Photovoltaik-Kraftwerk Zentralamerikas, „Valle Solar Nacaome“/Honduras

Unser Angebot zum Einstieg in Zentralamerika

Einen Türöffner der besonderen Art bietet Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Mexiko mit seinen „Business Leads Zentralamerika“. Frau Mag. Helga Schmoigl, unsere langjährige Wirtschaftsdelegierten-Assistentin, präsentiert zweimal pro Jahr Ihr Angebot persönlich direkt bei sorgfältig vorselektierten Unternehmen / potentiellen Partnern vor Ort. Von 17. – 21. Oktober ist eine allgemeine Wirtschaftsmission nach Panama, Guatemala und Costa Rica in Vorbereitung. Nähere Informationen dazu finden Sie hier. Und natürlich können Sie auch jederzeit gerne den Erfahrungsschatz aus diesem Raum direkt bei Frau Mag. Helga Schmoigl abrufen. Sie freut sich auf Ihre Mail oder Ihren Anruf.

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Mag. Helga Schmoigl – Expertin für Zentralamerika am AC Mexiko

 

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