Asia goes Austria

Die Wirtschaftsdelegierten aus Fernost und Südostasien on tour durch Österreich und der Besuch der «Blogger» bei Bundespräsident Heinz Fischer.

Bundespräsident Fischer mit den bloggenden Wirtschaftsdelegierten

13 Wirtschaftsdelegierte
10 Sprechtage
5 Firmenbesuche
4 Schulungstage
4 Vorträge
1 Österreichischer Exporttag

Das wäre eine grobe Executive Summary meiner ersten Außenwirtschaftstagung – Kaffee und zurückgelegte Kilometer nicht eingerechnet.

Nach knapp einem Jahr in Shanghai war ich vom 13. Juni bis 6. Juli das erste mal bei der Aussenwirtschaftstagung – der Roadshow der Wirtschaftsdelegierten aus Fernost & Südostasien – dabei. Alle zwei Jahre besuchen wir die Landeskammern der WKO, um dort mit österreichischen exportorientierten Unternehmen zu sprechen und deren Fragen zu unseren Ländern zu beantworten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Firmen bereits erfolgreich ins Ausland – in meinem Fall China – liefern; Firmen mit jahrelanger ExportERFAHRUNG kommen zu unseren Sprechtagen, um über aktuelle Geschäfte und Projekte zu sprechen und ExportINTERESSIERTE Betriebe holen sich bei uns erste Informationen zum Markteintritt. Und das Interesse ist ungebrochen! So grob geschätzt, habe ich in den letzten 4 Wochen mit rund 180 Vertretern österreichischer Firmen gesprochen.

 

Seidenstraße durch Österreich

Exporttag Steiermark

Wirtschaftsdelegierte Christina Schösser bei einem Beratungsgespräch am steirischen Exporttag

In vier Städten – Feldkirch, Innsbruck, Graz und Klagenfurt – waren wir bei den Exporttagen der Landeskammer dabei und haben Firmen über Geschäftschancen beraten und an Workshops teilgenommen. China stand dabei regelmäßig im Fokus. Mein Kollege aus Peking, Martin Glatz, hat sich in Tirol der herausfordernden Frage gestellt: China versus Indien: Wettlauf zwischen Drache und Elefant? Die Frage haben wir auch bis zum letzten Tag nicht eindeutig klären können… Unter dem Titel „Styria goes China: Herausforderungen am chinesischen Markt“ des human technology clusters styria habe ich dann gemeinsam mit meinem Kollegen und Firmenvertretern Neueinsteigern aus dieser Branche ein aktuelles Stimmungsbild geliefert. Auch der 14. Kärtner Exporttag am 16. Juni in Klagenfurt hatte einen starken China-Fokus. Am Länderforum China nahm neben interessierten Kärtner Exporteuren auch eine große Delegation aus der Provinz Anhui teil. Oder in Tirol: Dort wagten unsere Kollegen von der AUSSENWIRTSCHAFT Tirol die Reise entlang der Seidenstraße mit einem Workshop mit den Wirtschaftsdelegierten aus  Peking, Teheran, Abu Dhabi und Istanbul.

Aber auch dort, wo keine Exporttage stattfanden – St. Pölten, Salzburg, Linz und Wien – konnten wir uns nicht über mangelndes Interesse beklagen. Der Terminplan meiner Beratungsgespräche – 20 min, terminlich fixiert, oft schon mit konkreten Anliegen – war eigentlich immer voll ausgebucht. Da heißt es gut zuhören, die richtigen Fragen stellen um in der kurzen Zeit die relevanten Informationen zu erhalten, damit das Team „daheim“ im AußenwirtschaftCenter rasch mit der Recherche beginnen kann. Starker Kaffee und Tippen im 10-Finger-System sind da äußerst hilfreich.

Das Tempo der Außenwirtschaftstagung kann sich sehenlassen und das Programm ist ordentlich durchorganisiert. Zeit zum Sightseeing bleibt da kaum. Meist gings direkt vom letzten Beratungsgespräch zum Bahnhof zur Weiterfahrt zur nächsten Station. Ein bisschen ruhiger für uns waren dann die Firmenbesichtigungen – da waren wir mal auf der anderen Seite, konnten den Vertretern österreichischer Exporteure zuhören und Fragen zu deren Auslandsaktivitäten stellen. Die Liste der Firmen, die wir in den letzten Wochen besucht haben, kann sich sehen lassen und deckt einen Großteil der Branchen ab, in denen Österreich weltweit punkten kann:

In Graz besuchten wir Österreichs führenden markenunabhängigen Entwicklungs- und Fertigungspartner der Automobilhersteller, Magna Steyr und erhielten eine Führung der Produktionslinie des Mercedes G. Der Klassiker wird dort seit 1979 und zum überwiegenden Teil immer noch manuell gefertigt. In Kärnten stand dann der Umwelttechniksektor im Vordergrund: Die mta Messtechnik mit Sitz in St. Veit an der Glan bietet Service und Produkte für Trinkwasser- und Abwasserwirtschaft, Industrie und Umwelttechnik nach dem Prinzip messen – orten – reinigen. Die Kohlbach GmbH hat sich wiederum ganz dem Thema Biomasseanlagen verschrieben; das Unternehmen liefert nicht nur Anlagen zur energetischen Nutzung von Biomasse sondern bietet Kunden Unterstützung von Forschung und Entwicklung, Projektmanagement, Produktion und Montage bis zur Service-Nachbetreuung. Anlagen von Kohlbach sind heute bereits in 30 Ländern im Einsatz. In Hallein waren wir beim Headquarter der EMCO Gruppe, ein Topanbieter aus der Werkzeugmaschinenbranche und in Ansfelden besuchten wir die CAD+T Consulting GmbH, ein Weltmarktführer für Softwarelösungen für die Möbelindustrie, der bereits erfolgreich in Asien tätig ist.

 

Ein Tag im Zeichen des Exports – der österreichische Exporttag

 

Tja, und mitten in die Außenwirtschaftstagung fällt DER Topevent der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA:

Mittagessen

Heiß her ging’s auch beim gemeinsamen Mittagessen der bloggenden Wirtschaftsdelegierten in Wien

Der Österreichische Exporttag mit allen Österreichischen Wirtschaftsdelegierten. Das bedeutete für uns: noch mehr Beratungsgespräche und somit Kundennähe, Kurzvorträge zu zukunftsweisenden Trends im Welthandel und die Verleihung der österreichischen Exportpreise bei der Exporters‘ Nite. Preisträger, Bilder und Pressemeldungen für Interessierte gibt’s auf unserem flickr-Account und der Exportpreis-Homepage.

Bei all der Hektik blieb aber auch Zeit für Diskussionen und Erfahrungsaustausch mit den Kollegen und Schulungen. Persönlich fand ich es spannend und auf jeden Fall hilfreich, mich mit den Wirtschaftsdelegierten aus der Region Fernost & Südostasien auszutauschen – Zeit genug hatten wir bei den Zugfahrten von Vorarlberg bis St. Pölten.

 

2 comments

  1. Um Fernweh zu wecken zu solchen Trefen auch bitte durch 4 Klassen von HTLs, HAKs touren. Weiters schlage ich vor in der / den WKÖ / WKBundesland Innovation Avenues einzurichten. Es ist ja nett dass die WKÖ/B auch Kunstwerke ankauft aber …

    • Simon Wendelin Burger
      Reply

      Hallo Herr Eder,

      wir freuen uns, dass Sie sich für unseren Blog interessieren und danken Ihnen für Ihr Feedback.

      Die Präsenz des Themas «Internationalisierung» in berufsbildendenden Schulen ist uns ein großes Anliegen: So präsentieren wir unsere Arbeit regelmäßig vor interessierten Schülerinnen und Schülern, vor allem in oberen Klassen von HAKs. Dieses Frühjahr haben wir auch bei einer Lehrerfortbildung eine Gruppe von 30 von HAK-Professorinnen und Professoren in Oberösterreich zu den Eckdaten und Anliegen der österreichischen Exportwirtschaft aus der Praxis für den Schulgebrauch informiert. Anfragen von Schulen bzw. Pädagoginnen und Pädagogen für Vorträge sind uns sehr willkommen. Auch wir sehen hier großes Potential, einerseits bei Jugendlichen Bewusstsein für die Wichtigkeit und die Möglichkeiten der internationalen Wirtschaft zu schaffen, andererseits auch die Services der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA für österreichische Unternehmen bekannt zu machen.

      Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA ist darüber hinaus der größte Anbieter von Auslandspraktika in Österreich: Im Rahmen unseres Volontärsprogramms können jährlich rund 400 Studierende praktische Erfahrungen an unseren AußenwirtschaftsCentern sammeln.

      Gleichermaßen haben wir uns es zum Ziel gemacht, Innovationen aus aller Welt möglichst frühzeitig nach Österreich zu holen: Unsere Technologiebeauftragten berichten die neuesten Trends nach Österreich und bauen vor Ort ein Netzwerk für österreichische Unternehmen auf. Mehr dazu finden Sie auf: wko.at/aussenwirtschaft/technologieberatung.

      Freundliche Grüße
      Simon Burger, AUSSENWIRTSCHAFT Marketing

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