Nicht nur Bares ist Wahres – App sticht Münze

Wozu Kronen zählen, wenn es mit dem Smartphone soviel einfacher geht.

Hat Bargeld bald ausgedient?

Der Durchschnittsdäne heißt im Nachname Nielsen und hat weniger als DKK 150 (also knapp EUR 20) in der Geldbörse. Ersteres ist statistisch belegt – siehe The Average Dane. Letzteres habe ich in einer Benutzerumfrage gelesen. Anne und Peter (die häufigsten dänischen Vornamen) zahlen lieber bargeldlos, vor allem mit der dänischen Debitcard „Dankort“. Von ihr gab es Ende 2015 ca. 5,9 Mio. , und sie nennt sogar eine Website ihr Eigen: www.dankort.dk.

 

Dank schwedischer PoS Lösung iZettle können auch die hippen Streetfood Stände der populären Kopenhagener Papierinsel (Papirøen) via Handy oder Tablet Kartenzahlungen entgegennehmen. Immer öfter bezahlen die Nielsens aber mit dem Smartphone. Insbesondere die P2P-App Mobile Pay der Danske Bank sticht dabei heraus. Seit ihrer Einführung 2013 hat sie bereits knapp 3 Millionen User – also deutlich über 50% der Bevölkerung. Hat dies als Trend für Überweisungen zwischen Privatpersonen via Smartphone begonnen, gibt es inzwischen viele kommerzielle Anwender. Ob Flohmarkt, Supermarkt, online-shop oder Bootsverleih – immer häufiger reicht ein bisschen Wischen auf dem Display, um für Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen. Und auch bei Straßenmusikanten oder Kirchenkollekte zieht die Ausrede nicht mehr mehr, leider kein Bargeld dabei zu haben.

Die „Netbutik“ gräbt der „Stroget“ das Geschäft ab

Däninnen und Dänen sind begeisterte online Shopper. Das  Kauferlebnis zu Hause läuft dem Bummeln auf der High Street wie der Kopenhagener Fußgängerzone „Stroget“ zunehmend den Rang ab. Laut dänischer Handelskammer Dansk Erhverv werden heuer über 100 Mrd. DKK (ca. EUR 13,5 Mrd) für online Einkäufe ausgegeben. Herr und Frau Nielsen kaufen 2016 also um je 18.000 DKK (ca. EUR 2.500) im Internet ein. Knapp ein Drittel davon in ausländischen Webshops, vor allem in UK, Deutschland und den USA – wegen der Preise, aber auch, weil es Sachen zu kaufen gibt, die man in Dänemark nicht bekommt. Gezahlt wird derzeit vorwiegend noch mit Karte, weniger mit Apps. Smartphone Payment wird aber auch im Internethandel immer wichtiger.

Schneckenpost kommt teuer

Digitalisierung ist einer der Rechtfertigungsgründe, weshalb die dänische Post die Portogebühren zuletzt in schmerzvolle Höhen getrieben hat. DKK 25 oder EUR 3,36 kostet nun ein einfacher Brief nach Österreich. Hintergrund seien laut Post Danmark die Umorientierung auf den Lieferservice für online-Handel und die Umstellung von Briefpost auf e-Post.  Das macht Geburtstagswünsche per Facebook samt Sticker wohl noch interessanter…

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