Torre Reforma – am höchsten Turm Mexikos

Stararchitekt Benjamin Romano zeigt stolz sein neuestes Bauwerk

Im Beitrag „Mexiko – achtgrößter Markt für Luxusgüter“ vom 18. Mai habe ich Ihnen eine Story zum Besuch der Torre Reforma, dem höchsten Turm Lateinamerikas, versprochen. Und hier kommt sie.

Stadt Mexiko wächst in die Höhe

Das Stadtbild der Stadt Mexiko ändert sich rasant. Wo in den bisherigen Villenvierteln wie etwa Polanco Einfamilienhäuser samt Gärten ihren Platz für weitgehend einfallslose vierstöckige Apartmentblocks räumen müssen, geht es in einigen Büro – und Hotelgegenden entlang der Hauptverkehrsadern rasant in die Höhe.

Die vertikale Bauweise hat sich in Mexiko erst später durchgesetzt als anderswo: vielleicht weil genug Fläche da war, um sich horizontal auszubreiten, oder auch aus technischen Gründen, wie etwa dem lockeren Boden auf ehemaligem Seegrund oder auch der Erdbebengefahr. Das letzte große Beben im Jahr 1985 ist in tiefer Erinnerung geblieben. Die Einwohnerzahl der Metropole ist aber in den letzten 20 Jahren um 50 % gewachsen, viele mehr Menschen bewegen sich täglich von noch weiter von ihrem Wohnort zur Arbeit und zurück und die Verkehrs- und Umweltbelastung nimmt wieder beunruhigende Ausmaße an. Das ist wohl der Hauptgrund für das Umdenken des architektonischen Grundkonzepts.

Allen voran auf der Prachtstraße Paseo de la Reforma, die schon nach wenigen Jahren nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Torre Reforma – Architekt Benjamin Romano und sein Vorzeigeprojekt am Paseo de la Reforma

Architekt Benjamin Romano, gerade zurück von seinem Ausflug zur „Future of Building“-Konferenz in Wien, führte im Mai meine für Infrastruktur und Bau zuständige Mitarbeiterin Marion Renner und mich persönlich durch die Baustelle des gerade in Fertigstellung begriffenen höchsten Gebäudes Mexikos und Lateinamerikas – der „Torre Reforma“.

Benjamin Romano wird in der mexikanischen Presse als Stararchitekt gefeiert. Im linken Bild, mit Marion Renner, sehen wir ihn vor der imposanten dreistöckigen Lobby mit perfekt integriertem Altbau, startbereit und ganz in seinem Element mit Sicherheitsschuhen, Helm und Leuchtweste und diesem liebenswürdigen Lächeln hinter den runden grünen Brillengläsern; und im Bild rechts mit dem Autor am „Gipfel“ seines Turmes.

Der Rundgang durch das Hochhaus zeigt uns, dass es nicht nur in diesem Teil der Welt seinesgleichen sucht: Wir besuchen über Express-Aufzüge die modernen bereits fertiggestellten Büroetagen, in denen die ersten Mieter eifrig an der Innendekoration designen. Die Form erlaubt, im Innenbereich ohne Pfeiler auszukommen und lässt damit einen ungestörten Blick auf den Chapultepec-Stadtpark zu.

Ab Etage 23 bekommen wir über den Lastenaufzug, der an der Außenhülle des Bauwerkes installiert ist, nicht ganz schwindelfrei, einen Einblick in den noch stattfindenden Endausbau der oberen Stockwerke.

Hier ist eine Hundertschaft an Bauarbeitern dabei, den Boden zu verlegen und Architekt Romano bemerkt selbst im Vorbeigehen jeden noch so kleinen Fehler und hält dies auf seinem Handy fest.

Das mulmige Gefühl im Aufzug wird dann durch einen Blick aus dem 53. Stock über die Dächer der Stadt belohnt.

Viele Superlativen definieren diesen Bau, der auf nur 2.800 m2 Fläche insgesamt 87.000 m2 Büroraum, Restaurants, Konferenzräume, Innengärten, ein Auditorium und ein Sportzentrum zur Verfügung stellt. Das Hochhaus besticht durch seine Dreiecksform mit zwei 246 m hohen Aussen-Betonwänden und einer Front-Glas-Metall-Fassade.

Aufgrund des niedrigen Energieverbrauchs wurde das Gebäude kürzlich vom U.S. Green Building Council mit dem LEED Platino ausgezeichnet. Mit welcher Sorgfalt bei der Planung vorgegangen wurde, zeigt sich auch in der Einbettung des denkmalgeschützen kolonialen Hauses in den Lobbybereich. Dort wird in Kürze der Flagship Store von Apple einziehen.

Und zum Abschluss noch eine Auswahl an Bildern, wie sich die Torre Reforma in das Stadtbild einfügt. Architekt Benjamin Romano hat sich bei der strukturellen und architektonischen Fassadengestaltung bewusst an die von Stein geprägte prehistorische und koloniale Bauweise in Mexiko angelehnt:

Ich hoffe, dass die Bilder Ihr Interesse an moderner Architektur in der Stadt Mexiko geweckt haben. Die Bilder stammen teilweise vom Archtekturbüro LBR&A, und  -soweit nicht weiter gekennzeichnet – von mir. Für mich und meine Kollegin war der Besuch am Turm  jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis.

Wollen Sie mehr wissen über die Torre Reforma und ihren Architekten Benjamin Romano? Hier finden Sie alle weiteren Informationen (spanisch, englisch).

 

Wirtschaftsmission Ende Oktober

Infrastruktur und Bau ist seit einigen Jahren Schwerpunktthema am AussenwirtschaftsCenter Mexiko. Mit Marion Renner haben Sie hier eine kompetente Ansprechperson zum Thema. Sie freut sich über Ihr Mail oder Ihren Anruf.

Infrastruktur und moderne Stadtkonzepte werden auch im Mittelpunkt der Wirtschaftsmission aus Anlass der Technologiereise von Bundesminister Leichtfried / BMVIT im Oktober dieses Jahres in Mexiko stehen. Nähere Information hierzu und wie Sie sich anmelden können, finden Sie hier. Nützen Sie die einmalige Chance, Ihr Angebot im Rahmen dieses hochrangigen Besuches offiziellen mexikanischen Stellen, Bedarfsträgern und Baufirmen vorzustellen.

 

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