Interview im Death Valley

Ein Abstecher mit KURIER-Redakteurin Daniela Kittner zum tiefstgelegenen Punkt der USA  – Wo der Teufel Golf spielt.

Daniela Kittner in Badwater

Kurier-Korrespondetin Daniela Kittner in Badwater

Es ist Samstag, ein Uhr früh, und ich treffe mich mit KURIER-Redakteurin Daniela Kittner für einen Abstecher zum geografisch tiefsten Punkt der USA. Ziel ist, den Sonnenaufgang im Death Valley zu erleben. Die Temperatur liegt bei Abfahrt in Los Angeles gerade bei 19°C. Auch um diese Uhrzeit sind die sechsspurigen Stadthighways in Los Angeles frequentiert. Die Innenpolitik-Expertin hat ihre Zelte für drei Monate in den USA aufgeschlagen und berichtet als US-Korrespondentin über den Wahlkampf und das Engagement der österreichischen Wirtschaft.

Sie war bei der Kür von Hillary Clinton und Donald Trump bei den Conventions der Demokraten und Republikanern dabei. Bei der exotischen Autofahrt kann ich Daniela Kittner im Interview briefen über die Attraktivität des amerikanischen Marktes und die innovativen Spitzenleistungen österreichischer Unternehmen am hochkompetitiven US-Markt.

Aus den vielen Hollywood-Filmen glaubt man ja gemeinhin, Amerika zu kennen. Aber der amerikanische Markt hat seine Besonderheiten – mehr dazu im Sonntags-KURIER.

 

Achtung, Drohnen!

Wir lassen die glitzernde Skyline von Downtown L.A. hinter uns und klettern in einer Autolichterkette auf der Interstate I 15 auf über 1.500 m. Die mehrspurige und schnurgerade Straße lädt zum Schnellfahren ein, aber Achtung: Die Sheriffs sind nicht nur mit Laserpistolen oder in Zivil unterwegs, sondern sie kontrollieren Raser auch mit Hilfe von Hubschraubern und Drohnen. Nach über 300 Kilometern erreichen wir die Ortschaft Baker, die sich mit der weltgrößten Temperaturanzeige brüstet: 26°C. Ein kurzer Stopp im Mad Creek Restaurant gehört zum Ritual meiner Trips ins Death Valley.

Ausblick von 1.600 Metern Seehöhe

Ausblick von 1.600 Metern Seehöhe

Die wenig befahrene Seitenstraße CA-127 führt uns nach Shoshone, der letzten Ortschaft vor dem Death Valley. Es ist immer noch zu dunkel, um die in der Gegend herumstreifenden Kojoten zu sehen. Üblicherweise erhellen Sterne die Nacht, doch diesmal sind Wolken aufgezogen. Sogar ein paar Regentropfen fallen in die Wüste.

In der Ferne gehen einige Blitze nieder. Am Vorabend hatte mir das Handy extreme Hitze im Death Valley prophezeit. Umso mehr überraschen mich die Warnhinweise am Straßenrand: „Flooded“. Ich weiß, dass ich das ernst nehmen muss. Denn selbst in der Wüste kann es stark regnen. Bald schon bemerken wir große Wasserpfützen am Straßenrand. Die Gefahr für Autofahrer : Wenn das Wasser sich mit Sand vermischt und über die Fahrbahn rinnt, wirkt es wie Schmierseife.

 

Achtung, Bienen!

Das erste Highlight ist ein 1.600 Meter hoch gelegener Aussichtspunkt, „Dantes View“ genannt. Es stimmt schon, die Kargheit der kalifornischen Landschaft mag an Dantes Inferno erinnern. Aber die kegelförmigen Felsformationen in ihren sandfarbenen, altrosa und karminroten Farbkompositionen sind ein atemberaubender Anblick. In der Tiefe beginnt die Salzkruste, die den Talboden bedeckt, in der Sonne zu funkeln. Das Schild „Bee Hazard“ holt mich wieder auf den Boden zurück. Ich bin nämlich einmal in einem Wadi in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einen Wespenschwarm geraten. Nur indem ich für ein paar unendlich lange Sekunden zur Salzsäule erstarrte, wurde ich sie wieder los ohne gestochen zu werden.

Auf dem Weg zur „Furnace Creek Ranch“ machen wir halt beim „Zabriskie Point“, einem weiteren Aussichtspunkt im Death Valley. Ein Wüstenhase sucht aufgeschreckt das Weite. Die Ranch bietet einen Golfplatz und Übernachtungsmöglichkeiten. Inzwischen ist es 8 Uhr und es hat 33° Celsius. Wir kehren ein auf einen grünen Tee und einen amerikanischen Kaffee, bevor wir uns in das Hitzeabenteuer stürzen. Das Lokal hat für mich als Tiroler das Flair einer Berghütte auf Meereshöhe. 56,6°Celsius war der bisherige Rekord im Death Valley, er wurde im Juli 1913 gemessen.

Daniela Kittner auf der Salzfläche in Badwater

Daniela Kittner auf der Salzfläche in Badwater

In der einzigen Tankstelle im Death Valley wird inzwischen noch schnell der Reifenplatten behoben. Eine Reihe anderer Autos folgen mit diversen Pannen. Nicht umsonst wählen Autohersteller diese extreme Wüstengegend zum Testen neuer Autos. Ich habe in den vergangenen Jahren schon eine Reihe von Erlkönigen gesichtet.

 

Death Valley: Wo der Teufel Golf spielt,…

Weiter geht es auf der Badwater Road vorbei an der Salzpfanne inmitten des Death Valley mit bizarren Formationen, dem sogenannten „Devils Golf Course – wo nur der Teufel in der Lage ist, den Ball aufzulegen. Bad Water ist mit 85 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefst gelegene Punkt in den USA. Das Gehen auf der im Sonnenlicht gleißenden Salzoberfläche und die imposante Bergkulisse rundherum lässt Assoziationen an die Wanderung über ein Schneefeld aufkommen. Die Temperatur ist inzwischen auf 40° Celsius geklettert.

Nach dem Überqueren einiger Pässe erreichen wir wieder Shoshone und fahren zur dicht befahrenen Interstate. Diese Hauptverkehrsader habe ich nur unmittelbar nach dem Crash 2008 nahezu ohne Lastwagen und geringem PKW-Verkehr erlebt. Seither pulsiert sie wieder täglich kräftig und spiegelt die robuste Konstellation der amerikanischen Wirtschaft wider. Auf der Rückfahrt machen wir einen kurzen Spaziergang in der Ghost Town Calico, einer ehemaligen Silbermine.

Siebzehn Stunden und 1.100 Kilometer später sind wir wieder zurück in Los Angeles. –
To be continued by Daniela Kittner im Sonntags-KURIER.

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