Die österreichische Wintersportindustrie carvt in den USA eine schnelle Spur – Trotz Absage der Rennen in Beaver Creek

Bei der Ski WM in Vail-Beaver Creek war Österreichs Ski-Industrie Markenweltmeister.

Ski Austria-Haus bei der Ski-WM in Vail

Ski Austria-Haus bei der Ski-WM in Vail

Die Herrenrennen in Beaver Creek, im Bundesstaat Colorado mussten heuer wegen Schneemangel abgesagt werden. Es hat zwar Tage nach der FIS-Inspektion zu schneien begonnen, allerdings zu spät, um die Strecke noch optimal vorbereiten zu können. Schade. Die Ski-Damen katapultierten sich an der Ostküste in Killington aus dem Starthaus. Mit am Siegerpodest standen DienstschierMade in Austria“ – what else!

Die Schirennen in den USA haben zwar nicht die Aufmerksamkeit wie in Österreich, aber wegen seiner Rennszene und größeren Medienaufmerksamkeit ist der amerikanische Osten ein attraktiver Austragungsort. Wintersportler im Osten der USA haben eher etwas für den Ski-Rennsport übrig, was an der vergleichsweisen Nähe zu Europa und den harten Pistenverhältnissen liegen mag.

Beaver Creek ist mit seiner anspruchsvollen Herren-Rennstrecke „Birds of Prey“ eine Lieblingsstrecke der ÖSV-Herren. Die Rennen in Beaver Creek werden traditionell eröffnet mit US-Hymne und Adler. Ich habe heute noch den gellenden Schrei des Adlers aus einer Halber-Meter-Distanz im Ohr, mit dem er die Ferrari-Beschleunigungswerte der CamCat-Seilkamera im Zielbereich quittierte.

 

Eine Höhenmeile von Los Angeles

„Oval Office“ des Bürgermeisters von Denver mit „One Mile High Line“

„Oval Office“ des Bürgermeisters von Denver mit „One Mile High Line“

Das Beaver Creek Resort liegt auf einer Höhe wo wir in Österreich Gletscherschifahren. Allein die Hauptstadt Denver liegt auf 1.600 Metern und hat deshalb den Spitznamen „Mile-High City.“ Im Büro des Bürgermeisters  ist die Meilen Höhe mit einer Linie am oberen Zimmerrand markiert. Das Büro hat die gleiche Form wie das Oval Office im Weißen Haus und ist um einen Square Foot größer, wie mit einem Schmunzeln betont wird.

Denver ist etwa zwei Flugstunden von Los Angeles entfernt und klimatisch auf alpin eingestellt : Die kalifornische Sonne kann sich im Winter bei Ankunft in einen eisigen Schneesturm verwandeln. Bei der Inauguration von Gouverneur John Hickenlooper hatte es vor Jahren an einem sonnigen schneefreien Jänner-Morgen Minus 16° Celsius.

Der Flughafen mit seiner imposanten Zeltdachkonstruktion erinnert mich immer an die Vereinigten Arabischen Emirate. Und die gebirgige Anfahrt nach Vail – Beaver Creek an Zürs und Lech.

Winterliche Verhältnisse auf 3.500 Metern Höhe am Vail Summit

Winterliche Verhältnisse auf 3.500 Metern Höhe am Vail Summit

Die Autofahrt von Denver nach Vail auf der Interstate I-70 ist bei gutem Wetter in etwa zwei Stunden machbar und führt über den 3.500 Meter hoch gelegenen Vail Summit. Auf dieser Hauptverkehrsader sind laufend Schneeräumfahrzeuge im Einsatz, denn eine Sperre hätte einen wirtschaftlichen Schaden für die USA von mehreren Millionen US-Dollar pro Stunde zur Folge. Nach Vail und vorbei an den Geburtsorten der Lokalmatadorinnen Lindsey Vonn und Mikhaela Shiffrin ist in Avon die Abzweigung zum Beaver Creek Resort. Die kontrollierte Einfahrt ist gesäumt von Flaggen der Schinationen.

 

Markenweltmeister Österreich

Anna Fenninger mit WKÖ-Vize Matthias Krenn und WD Rudolf Thaler bei WKO Empfang

Anna Fenninger mit WKÖ-Vize Matthias Krenn und WD Rudolf Thaler

Das ÖSV-Skiteam und die österreichische Wintersportindustrie erzielten bei der Ski WM eine sensationelle Medaillenausbeute und zeigten, dass sie die Weltbesten sind. Nicht von ungefähr planten wir den ersten von zwei Netzwerkempfängen der Wirtschaftskammer Österreich im „Haus Ski Austria“ gleich am ersten Renntag. Wie erhofft holte Anna Fenninger Veith auf der neu gebauten „Raptor“- Damenabfahrtsstrecke die Goldene und ließ sich beim WKÖ-Empfang feiern.

Österreich führte die Medaillenliste an, gefolgt von Gastgeber USA. Die österreichischen Schihersteller wurden bei dieser „Ski Super Bowl“ mit großem Abstand Markenweltmeister : 30 von 48 Medaillen wurden mit österreichischen Schiern gewonnen, davon zwölf Goldene, acht Silberne und elf Mal Bronze. Auf Platz Zwei fuhren französische Marken mit elf Medaillen und die Schweiz belegte mit vier Medaillen Platz Drei. Alle US-Läufer fuhren mit österreichischen Dienstschiern auf das Podest. Vail und Beaver Creek sind für mich das Symbol der starken Präsenz und Innovationsstärke der österreichischen Wintersportindustrie in den USA. Unsere Unternehmen punkten mit Innovationen, exzellentem Service und trendigen Neuheiten.

 

Österreichische Spuren

Vail und Beaver Creek haben den Flair exklusiver Schidörfer in den Alpen. Im Tal leben eine Reihe von Österreichern. Der wohl bekannteste ist die gebürtige Kufsteiner Skirennläufer-Ikone Pepi Gramshammer, der zu den Ski-Pionieren in Vail gehört und ein Hotel im Ortskern betreibt. Dort war das „Haus Ski Austria“ untergebracht, das von WKÖ-Vizepräsident Matthias Krenn und ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner zum WM-Auftakt eröffnet wurde. Die Arlberg Lounge in Beaver Creek liegt direkt an der Schipiste mit Blick auf den Centennial Express des Marktführers Doppelmayr, der diese innovative Kombianlage zur WM-Saison in Betrieb nahm. Zürs und Lech haben eine Partnerschaft mit Beaver Creek, die vom ehemaligen Vail Bürgermeister Ludwig Kurz gepflegt wird. Schi, Schuhe und Sportbekleidung „Made in Austria“ sind in den Shops omnipräsent. Vom Verleihtrend profitiert Kantenschleifer Wintersteiger, der seine Automaten an die großen Verleihfirmen verkauft.

 

Erfolgreich im 4,7-Milliarden-USD-Business

Die österreichische Wintersportindustrie carvt im weltgrößten und hoch kompetitiven Wintersportmarkt – ein 4,7-Milliarden-USD-Wintersportausrüstungsmarkt- trotz Wetterkapriolen eine schnelle Linie und rechnet mit einem weiteren Ausbau der Marktanteile. Atomic ist die umsatzstärkste österreichische Marke und zählt in einzelnen Segmenten zu den Top 3 Anbietern. Head konnte das vierte Jahr in Folge seinen Marktanteil erhöhen. Bei der jährlichen Wintersportmesse SIA in Denver stellt das „Who is Who“ der österreichischen Wintersportindustrie aus, von Atomic bis Zanier. In der vergangenen Wintersportsaison brachen im schneearmen Nordosten die Besucherzahlen in Schiresorts im Nordosten um 30 Prozent ein, während sie in der Pazifikregion um über 70 Prozent stiegen. Dementsprechend wanderten in der vergangenen Saison um zwei Prozent weniger über den Ladentisch als zuvor. Die Branche hofft auf Schnee. Nur Schnee kann die Vorjahreswerte beflügeln.

pewag produziert in der „Steel City“ Pueblo Schneeketten. Der einzige Österreicher auf der Kommandobrücke eines Top Fortune 500 Unternehmens ist Western Union CEO Hikmet Ersek mit Sitz in Englewood.

 

Ski- und Hightech-Staat Colorado

Cheerleader

Cheerleader

Wer den auf durchschnittlich 2.000 m Höhe gelegenen Bundesstaat nur als Tourismusdestination einstuft, irrt. Colorado hat 5,2 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig dreimal so groß wie Österreich. Colorado wurde von Präsident Barack Obama als einer der Standorte ausgewählt, um innovative Fertigungstechniken voranzutreiben. Nicht von ungefähr : Space-Industrie, Bio Science, Clean Tech, Telekommunikation und Tourismus sind bedeutende Wirtschaftssektoren. Colorados Ziel ist es, das führende Zentrum für Innovationen im Bereich erneuerbare Energien und  Weltraumwirtschaft zu werden.

Die Wetterkapriolen verhinderten heuer den Einsatz der ÖSV-Herren und Cheerleader in Beaver Creek. See you 2017!

AußenwirtschaftsCenter Los Angeles
Rudolf Thaler auf Twitter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.