Reise in das Silicon Valley – Wo die weltgrößte Unicorn-Herde weidet

Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA sondiert mit WKÖ-Vizepräsident Roth Chancen im schnellen Innovationsbrüter Silicon Valley

 

San Francisco: Jürgen Roth, Vizepräsident der WKO auf dem Weg gemeinsam mit Michael Otter, stellvertretender Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, ins Silicon Valley mit einer 25-köpfigen Firmendelegation. Unser AußenwirtschaftsBüro in San Francisco ist der Türöffner ins Silicon Valley für die österreichische Wirtschaft. Stay tuned die nächsten Tage, was die Firmen vom Silicon Valley lernen können. Interessiert am Programm? Details hier: http://bit.ly/2jmDHnF

Posted by AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA on Sunday, January 22, 2017

WKÖ-Vizepräsident Roth beim «Escalator Pitch» über die Zukunftsreise ins Silicon Valley

Sonntag, später Nachmittag. Ankunft am Flughafen in San Francisco. Es schüttet, wie wir es nur aus Hollywood-Filmen kennen und für unrealistisch halten. Die Wochen-Vorschau sieht ähnlich aus. In der Autostadt Los Angeles ist das Auto mein Schirm. Im «europäischen» Stadt San Francisco ist auch zu Fuß gehen angesagt, daher leihe ich mir einen Schirm im Hotel aus.

Wirtschaftskammer-Vizepräsident Jürgen Roth und Michael Otter, stellvertretender Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, kommen am Abend an und die Wetterprognose ändert sich stündlich zum Besseren. Vielleicht liegt es daran, dass Jürgen Roth bereits beim Abflug in Wien spontan einen Pitch über die Zukunftsreise hingelegt hatte. Ganz im Stile des Silicon Valley. In 30 Sekunden neben dem Förderband, statt im Lift.

Wir wollen für Österreich lernen, damit wir im internationalen Geschäft weiter ganz vorne mitmischen können. – Jürgen Roth, WKÖ-Vizepräsident

 

Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA besucht mit größter Wirtschaftsdelegation das Valley

Das Silicon Valley ist mit seinem einzigartigen Ecosystem das globale Startup-Mekka. Es  gibt run 28.000 Startups. Open Innovation ist der Motor für die zahlreichen disruptiven Technologien aus dem Silicon Valley und dementsprechend interessant ist dieser Ort für eine Zukunftsreise.

Vizepräsident Jürgen Roth und Michael Otter besuchen mit der größten österreichischen und weltweit ersten Wirtschaftsdelegation in der ersten Woche der Ära Trump das Silicon Valley. Bei anderslautenden Meldungen sehe ich dies im neuen White House-Sprech als «Alternate Facts.»

Kick-off der Zukunftsreise

Ziel der Reise ist es, den «Silicon Valley Mindset» einzufangen und Chancen für die österreichische Wirtschaft auszuloten. Interessant ist die bunte Zusammensetzung der 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Vertreter von Startups, renommierten Herstellern, Dienstleistern, Geldgebern, Bildungsinstitutionen und öffentlichen Stellen. Am Besuchsprogramm der Zukunftsreise «Wie funktioniert das Silicon Valley?» stehen Think Tanks, Business Accelerators, Innovation-Labs, Universitäten, Forschungseinrichtungen und die Großen des Silicon Valley.

 

Das Hotel ohne eigene Zimmer

AirBnB ist das schnellst wachsende Internetunternehmen. Der Kapitalwert stieg innerhalb von zehn Jahren auf 35 Milliarden US-Dollar. Weltweit sind über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Pro Woche werden zwanzig Neue angestellt. Wer hätte sich vor Jahren vorstellen können, dass ein Wohnraumanbieter die Hotelbranche aus den Angeln heben kann, der kein einziges Zimmer besitzt? Während die Hotelbranche sich beispielsweise überlegt Hotels in Kuba zu bauen, hatte AirBnB bereits am ersten Tag der politischen Öffnung 1.000 Kundinnen und Kunden.

Beim Durchstreifen des Bürogebäudes fallen die vielen unterschiedlichen Lounges auf, die an verschiedene Reisedestinationen erinnern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln den Eindruck hilfsbereiter, freundlicher Reiseführer – entsprechend der Philosophie des Unternehmens. Mit AirBnB fädelte WKÖ-Vize Roth eine Diskussion sensibler Fragen in Österreich ein. (Aktuelle Story: Im Zuge der umstrittenen US-Visabestimmungen offerierte AirBnB allen Betroffenen eine kostenlose Buchungsmöglichkeit).

 

Jobsuche oder Suchjob?

Bei der größten Suchmaschine der Welt – Google  – läuft der Aufnahmeprozess in mehreren Stufen ab. Nach der Anmeldung im Internet werden vielversprechende Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Telefoninterview eingeladen, meistens mit über zwei Gesprächspartnern. Interessante Bewerberinnen und Bewerber werden dann zu weiterführenden Interviews an einem Tag eingeladen. Über die Einstellung entscheidet letztlich ein Committee.

Business Accelerator Plug and Play Tech Center

 

Wissen ist Erfolg

Ein Kooperationsangebot wurde der Wirtschaftskammer Österreich von der renommierten Stanford University unterbreitet. Dieses soll Unternehmen den Zugang zu Forschungseinrichtungen und Netzwerken der Eliteuniversität ermöglichen. Beim Netzwerken werden Erfahrungen mit bereits erfolgreichen österreichischen Unternehmen und dem Silicon Valley Netzwerk ausgetauscht. Startups konnten ihren Pitch vor Business Angels testen und erhielten wertvolles Feedback.

Das Institute for the Future hilft Unternehmern bessere Frage zu stellen und bessere Entscheidungen zu treffen. Einen Workshop zu absolvieren heißt allerdings nicht der «Chief Futurist» des Unternehmens zu sein. Für Entscheidungsträger und -trägerinnen ist es wichtig, Trends und deren Auswirkungen auf das eigene Unternehmen zu erkennen und richtig interpretieren zu können.

Autonomes Fahren wird in Zukunft Alltag sein und vielfältige Auswirkungen haben. Die Zahl der Autounfälle wird drastisch zurückgehen und sich dementsprechend auf die Versicherungsbranche auswirken. Notaufnahmen in Krankenhäusern werden keine Autounfallopfer mehr versorgen. Es wird keine Organspender mehr geben. Die Zulieferkette im Automotive Sektor wird sich grundlegend verändern. Viele Teile eines traditionellen Autos wie Antrieb und Auspuff fallen bei einem Elektroauto weg. Ein Elektroauto ist nicht serviceintensiv. Die Software wird einfach hochgeladen.

Kernaussage bei SAP: Designorientierte Unternehmen haben einen höheren Börsenwert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schnuppern die Atmosphäre des Business Accelerators StartX der Stanford University und nehmen bei der Executive in Residence Session bei unserem Go Silicon Valley – Technologiepartner Plug and Play Tech Center teil. Ausgewählte Startups erhalten Feedback zu ihren Pitches. Auf der UC Berkeley stand das Center for Entrepreneurship and Technology am Programm. Beim Networking Event in Mountain View werden Erfahrungen mit Gästen aus dem Silicon Valley ausgetauscht.

 

Es ist viel Geld im Valley

28 Milliarden US-Dollar werden jährlich im Silicon Valley an Risikokapital investiert. Etwa die Hälfte des gesamten Risikokapitals in den USA wird im Silicon Valley investiert. 46 Prozent waren es im Jahr 2015. In der berühmten Sand Hill Road in Palo Alto sind die großen Venture Capital Firmen in unscheinbaren Chalets angesiedelt. Seit 2003 gibt es weltweit 182 Unicorns, das sind maximal zehn Jahre alte Firmen mit einem Kapitalwert von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Silicon Valley liegt an Platz Eins mit den meisten Unicorns, gefolgt von China und dem Rest der USA.

Design-orientierte Unternehmen sind profitabler. – SAP

Und alles ist dementsprechend teuer. Das durchschnittliche Gehalt eines Software Ingenieurs liegt bei 190.000 US-Dollar, das ist das Dreifache des kalifornischen Durchschnittseinkommens. Für ein Abrissobjekt in Palo Alto mit 500 Quadratmeter Grundfläche sind 1,5 Millionen US-Dollar zu überweisen.

 

Was beeindruckte?

Die Zukunftsreisenden beeindruckte die moderne und auf offene Kommunikation ausgerichtete Büroarchitektur. Nach außen unscheinbar aussehende Hochhäuser haben ein hippes Innenleben. Ebenso das offene Gesprächsklima und die schnellen Entscheidungsprozesse im Silicon Valley. Statt tüfteln an technischen Details steht die schnelle Marktkommerzialisierung im Vordergrund.

Im Silicon Valley werden Fehler als wertvolle Erfahrung gesehen. «Fehler möglichst rasch machen und daraus lernen», lautet die Devise. «Think big» ist angesagt. Der Aufenthalt in einem Business Accelerator hilft dabei. Voraussetzung für den Erfolg ist die Anpassung an die Kultur des Valley. Wichtig ist ein Entrepreneurial Mindset zu entwickeln. Die Umwelt inspiriert. Design Thinking als bedeutender  unternehmerischer Erfolgsfaktor wanderte mit ins gedankliche Reisegepäck. Die Vielfalt an entstehenden neuen Technologien und deren Auswirkungen auf andere Branchen wird im Silicon Valley eindrücklich erkennbar.

Für zeitintensive Small Talks ist im Valley kein Platz. Eine Floskel wie «Crazy day today» reicht im Silicon Valley aus, um danach sofort auf den Punkt zu kommen. Entscheidungen werden mit Lichtgeschwindigkeit getroffen. Die Präsenz der Gründer bei Gesprächen mit Venture Capital Firmen vor Ort ist ein Muss. Das Follow-up dauert nicht Tage oder Wochen, sondern Stunden. Andernfalls ist man nicht interessiert, nicht verlässlich, kein guter Partner. Es gibt nur einmal eine Chance. Das Valley ist offen, es lebt von der Diversität. Ausgeprägt ist die «Pay it forward»-Mentalität.

 

Österreich ist ein Pionier im Silicon Valley

Österreich startete durch das AußenwirtschaftsCenter Los Angeles 2010 als zweite Nation nach Kanada das erfolgreiche Go-Silicon-ValleyProgramm von WKÖ und BMWFW. Über einhundert österreichische Startups haben sich bisher dafür qualifiziert und übersiedelten für ein bis drei Monate – je nach Programm – ins Valley.

Startups wird dadurch der Aufenthalt in einem Business Accelerator und der Zugang zu Mentoren ermöglicht. Ziel des Programms ist, den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern und den Einstieg in den amerikanischen Markt vorzubereiten. Eine Reihe von Startups nützten die Chance und meldeten sich noch schnell für das Go-Silicon-Valley-Programm 2017/18 an. Dazu kommt im Februar eine US-Jury nach Wien und wählt qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten nach den Pitching Sessions aus. Eine weitere Folge der Reise: Diskutiert wird eine vertiefende Zusammenarbeit mit dem größten Silicon Valley Business Accelerator und langjährigen Technologiepartner Plug and Play Tech Center (PnP).

Im Oktober vergangenen Jahres wurde in San Francisco ein neuer Österreich-Hub eröffnet. Das gemeinsam von WKÖ und BMEIA betriebene Büro Open Austria wurde im Rahmen einer Video Live-Schaltung von WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth und Bundesminister Sebastian Kurz eröffnet, ganz im Stil des tech-affinen Silicon Valley. Ziel ist es Brücken zu schlagen und Netzwerke zu vertiefen.

 

 Nur in Kalifornien: Oscarverdächtige Kurzfilme der Zukunftsreise

Machen Sie sich selbst einen Eindruck von der Reise. Die nächste Zukunftsreise in das Silicon Valley wird im September stattfinden. Danach wird es auch die Möglichkeit geben, dies mit einer Teilnahme an der jährlichen österreichischen Niederlassungsleiter-Konferenz Austria Connect North America zu verbinden. Heuer wird die Konferenz an der Stanford University stattfinden.

 

Nach gestriger Ankunft erkundeten die Teilnehmer heute innovative Unternehmen in der Stadt San Francisco. Die Delegation rund um Vizepräsident der WKO Jürgen Roth besuchten Google, Airbnb und RocketSpace und haben v.a. mehr zur speziellen Arbeitskultur hier im #SiliconValley erfahren.

Posted by AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA on Tuesday, January 24, 2017

 

Tag 2 der Zukunftsreise der Aussenwirtschaft im Silicon Valley. Die Teilnehmer der Zukunftsreise der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA waren zu Besuch beim Institute for the Future in Palo Alto und konnten sich dort über die Foresight-Methoden und zukünftige Trends informieren. Am Nachmittag konnten einige Teilnehmer ihre Pitching Skills vor Mitgliedern der renommierten Sand Hill Angels Inc zeigen. Abschließend besuchte die österreichische Delegation den erfolgreichen GoSiliconValley-Absolventen, Emanuel Pirker von Stratodesk. Unser AußenwirtschaftsBüro in SanFrancisco ist für Dich da: http://bit.ly/2iA1yTy

Posted by AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA on Wednesday, January 25, 2017

Zukunftsreise Silicon Valley

Silicon Valley: Am dritten Tag der Tour machten sich die Delegationsteilnehmer der Zukunftsreise und Michael Otter, stv. Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA auf den Weg nach Palo Alto ins SAP Innovation Center. Weiter ging es zu StartX , dem Startup Accelerator der Stanford Universität, und zur Stadtverwaltung San Jose. Im B8ta Store konnten die Teilnehmer die neuesten Produkte und Technologien ausprobieren und zum Abschluss des Tages ging es zum Networking-Event in Mountain View mit Gästen aus Silicon Valley. https://www.wko.at/Content.Node/Dienststellenkontaktseite.html?orgid=48052

Posted by AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA on Friday, January 27, 2017

 

Am letzten Tag der Zukunftsreise Silicon Valley haben die Teilnehmer bei der Executive in Residence Session des Plug and Play Technology Center teilgenommen und live miterlebt wie ausgewählte Startups Feedback zu ihren Pitches bekommen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter zur UC Berkeley, zur Vorstellung des Sutardja Center for Entrepreneurship and Technology – SCET und Campus Tour. Georg Fuerlinger, Leiter des AußenwirtschaftsBüros San Francisco und Open Austria hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsdelegierten in Los Angeles, Rudolf Thaler, und seinem Team eine spannende Reise zusammengestellt. Die Teilnehmer freuten sich dabei zu sein und bringen spannende Eindrücke und Kontakte aus dem Silicon Valley mit nach Österreich.

Posted by AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA on Monday, January 30, 2017

Zukunftsreise verpasst? Auf Facebook könnt ihr uns nachträglich begleiten,…

Nach der Zukunftsreise fliege ich zur SIA Snow Show nach Denver in Colorado. Das Who-is-Who der österreichischen Wintersportindustrie sichert sich mit Innovationen und exzellentem Service eine gute Startposition für die Wintersaison 2017/18. In Boulder, nahe Denver, liegt übrigens eine interessante Startup Location.

To be continued.


Stay tuned! –

AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA als Wissens- und Innovationsmakler
AußenwirtschaftsCenter Los Angeles

Rudolf Thaler auf Twitter.


 

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