Auf IKT-Spurensuche in China

Österreichische Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen überzeugen sich vom Potenzial der IKT-Branche im Reich der Mitte.

Alibaba, ZTE, Huawei, Xiaomi oder Tencent / WeChat – chinesische Marken, die auch in Österreich in letzter Zeit rasant an Bekanntheit gewonnen haben. Die Schlagworte dazu: e-commerce, mobile payment, FinTech, ChatDienste mit Zusatzfunktionen, Smartphones aber auch Telekom Infrastruktur, 5G und big data. Und in vielen dieser Gebiete hat China nicht nur aufgeholt, sondern traditionelle Märkte oft schon überholt – leapfrogging im wahrsten Sinne des Wortes.

 Zukunftsreise IKT – Markterkundung vor Ort

Grund genug die Chancen und Risiken dieses spannenden Marktes hautnah zu erleben. Gemeinsam mit 23 Vertretern österreichischer Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen aus dem IKT-Sektor haben wir die chinesischen hot spots Shenzhen, Guangzhou, Shanghai und Peking besucht. Aufhänger der Zukunftsreise IKT war der neue joint call der Österreichischen und Chinesischen Akademien der Wissenschaften. Bei Gesprächen, Präsentationen und wissenschaftlichem Austausch haben die Vertreter aus beiden Ländern die Themen für die Ausschreibung näher eingegrenzt. Die Grundvoraussetzung für die Teilnahme an den calls ist ein joint proposal von Forschungseinrichtungen und Firmen. Daher haben wir gemeinsam mit den Kollegen der AußenwirtschaftsCenter in Guangzhou und Peking individuelle B2B Gespräche für unsere Firmenteilnehmer mit potenziellen chinesischen Partnern organisiert.

Wie mobil ist China wirklich?

Bereits Ende 2015 war lt. einem Bericht im Forbes Magazin die Hälfte der chinesischen Bevölkerung online: 688 Mio. user. Aber damit nicht genug; nur innerhalb eines Jahres ist diese Zahl auf 731 Mio. user angewachsen. Das ist ein Plus von 6,2% – oder wie es die Tageszeitung South China Morning Post aus Hongkong sehr plakativ darstellt: Die Anzahl der zusätzlichen Internetuser im Jahr 2016 entspricht der Bevölkerung der Ukraine. 95,1 % der chinesischen Internetuser benutzen ihre Mobiltelefone zum Surfen, Chatten oder Einkaufen.

Die Entwicklungen in China machen auch an den Landesgrenzen nicht halt. In einem aktuellen Magazin habe ich gelesen, dass schon über 2.000 Restaurants und Geschäfte in Europa Alipay – das mobile payment service von Alibaba – akzeptieren. Den chinesischen Gast auf Europatour freuts, denn 2016 haben 470 Mio. mobile payment Funktionen benutzt.

China ist sich der eigenen Bedeutung in diesem Sektor am internationalen Parkett durchaus bewusst und veröffentlicht regelmäßig auch englischsprachige Berichte zu dem Thema. Die letzten offiziellen Zahlen des China Internet Network Information Centers (CNNIC) können hier für das erste Halbjahr 2016 abgerufen werden.

Was treibt die IKT-Entwicklung voran?

Woher kommt dieser Trend? Was ist der Grund für die Geschwindigkeit mit der sich der IKT-Sektor in China entwickelt? Neben dem Unternehmergeist einiger chinesischer Firmen steht die chinesische Regierung sehr stark hinter der Branche und möchte in den nächsten Jahren zu den global Players aufschließen. Schon 2006 hat das Ministry of Industry and Information Technology (‘MIIT’) die National Informatisation Development Strategy 2006-2020 veröffentlicht mit ua den Zielen „to develop indigenous innovative core technologies rather than imitating or introducing them from abroad“ oder „to establish a world-leading, reliable, and safe information system“. Dabei handelt es sich um keinen Einzelfall.

Auch in der aktuellen Strategie „Made in China 2025“ sind gleich im ersten Kapitel unter dem Begriff „Next Generation Information Technology“ große Ziele für die heimische IKT-Industrie zu finden. Bis 2030 sollen die wichtigsten Segmente der IKT Produktionskette fortgeschrittenes internationales Niveau erreichen und einige Firmen sollen zu den internationalen major players zählen. Noch detaillierter sind die Pläne für Informatik- und Telekommunikationsausrüstungen: 2030 soll der Anteil der heimischen Produktion 80% ausmachen und 40% der in China verwendeten Chips sollen auch im Inland hergestellt werden. Für letztere möchte man bis dahin auch einen internationalen Marktanteil von 20% erreichen.

Dieselbe Strategie spiegelt sich auch im aktuellen 13. Fünfjahresplan wider. Die 9 im MIC 2025 genannten „new strategic industries” sollen bis 2020 mit 15% zum chinesischen BIP beitragen. Welche Auswirkungen diese strategische Ausrichtung auf die globale Wertschöfpungskette haben wird, nimmt ein aktueller Bericht der European Chamber of Commerce in China näher unter die Lupe.

 

… und wie geht’s weiter?

Wir werden den IKT-Sektor und die Entwicklungen in China auf jeden Fall weiter im Auge behalten und spätestens 2018 die nächste Zukunftsreise zu diesem Thema nach China veranstalten. Aktuelle Infos finden Sie immer auf unserer China-Veranstaltungsseite.

Noch zwei Termine für die Jahresplanung unserer IKT-Experten:

  • Vom 29. bis 30. März 2017 organisieren unsere Kollegen in der Wirtschaftskammer Österreich die MIT Conference 2017. Noch sind Tickets vorhanden! Alle Informationen inkl. Link zur online Anmeldung findet man auf der Webseite der WKO.
  • Der nächste Mobile World Congress (MWC) Shanghai  findet vom 28. Juni bis 1. Juli 2017 statt. Die Veranstaltung hat sich in kürzester Zeit neben dem großen Bruder MWC in Barcelona zu einem bedeutenden internationalen Branchentreff entwickelt. Wenn Sie daran teilnehmen bzw. den MWC Shanghai besuchen wollen, unterstützt Sie das Team des AußenwirtschaftsCenters Shanghai gerne – eine kurze E-Mail an shanghai@wko.at genügt.

 

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