USA : Wien und Los Angeles rücken dank Austrian Airlines zusammen

L.A. ist nicht nur Hollywood – Mit Österreichs Medien auf Tour

Mit der hochkarätigen Mediendelegation auf Firmenbesuch – im Doppeldecker der Austrian Airlines © Martin Dichler

Los Angeles, Montag, 10. April 2017, bei einem strahlend blauen kalifornischen Bilderbuch-Himmel landet die Boeing 777 der Austrian Airlines bei ihrem Jungfernflug in Los Angeles (LAX). Faszinierend ist bei der Arrival-Anzeige zu lesen :

Austrian Airlines, Flight 81, 1:20 p.m., LANDED

Als Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles freue ich mich ganz besonders darüber. Der Flughafen von Los Angeles ist beim Zuständigkeitsbereich von Alaska bis Texas zu meinem zweiten Wohnzimmer geworden. LAX ist mit etwa 80 Millionen Passagieren der viertgrößte Flughafen weltweit und der zweitgrößte in den USA. Diese Direktverbindung erleichtert das Business mit Kalifornien – der Nr. 6 Volkswirtschaft der Welt – und der US-Westküste und wird den Tourismus weiter ankurbeln. Zusätzlich habe ich ein weiteres Small Talk Thema. Vienna, Sound of Music, Österreich und Europa können unsere amerikanischen Freunde nun von Wien aus erkunden. Und ich kann bereits beim Boarding in L.A. Heimatluft schnuppern.

Austrian Airlines CFO Heinz Lachinger reist in Begleitung einer hochkarätigen Mediendelegation. Das AußenwirtschaftsCenter Los Angeles übernimmt für einen Tag das Steuer und ich zeige gemeinsam mit Laura Miller eine Auswahl österreichischer Unternehmen, die sich in diesem hochkompetitiven Markt mit ihren Innovationen erfolgreich behaupten. Wir „fliegen“ mit einem gebrandeten Doppeldecker-Bus der Austrian Airlines. Oben offen. ‚Awesome‘, ganz California-Style.

Im Großraum Los Angeles sind eine Reihe österreichischer Unternehmen aktiv. So vermarktet beispielsweise Red Bull seine Energy Drinks von seiner US-Zentrale in Los Angeles aus. Innovative heimische Unternehmen in der Filmindustrie profitieren von der Hollywood-Nähe, so z.B. für Spezialkameras und Kamerasteuerungen. Eine der größten Kameraverleihfirmen in Hollywood gehört dem Österreicher Otto Nemenz. Frey Wille ist mit seiner Boutique am Rodeo Drive in Beverly Hills präsent. Der Salzburger Technologieführer und WirtschaftsOskar 2016 Gewinner SKIDATA ist die Nr. 1 in den USA für Zugangssysteme bei Parkplätzen, Schiliften und Flughäfen und betreut das Segment Parkzutrittssysteme von Los Angeles aus.

 Streng geheime Entwicklungen

Um 8 Uhr begrüßen wir die Gruppe im Crew Hotel der Austrian Airlines in Costa Mesa. Die Anfahrzeit vom Büro im erstaunlich flüssigen Stauverkehr dauerte etwa 70 Minuten. Von dort ging es dann weiter nach Lake Forest zum steirischen Verbrennungsmotorspezialisten AVL. Dort beschäftigt sich AVL mit der Elektrifizierung des Autos und entwickelt Batterietechnologien. „Warum der Standort Kalifornien ?“ war eine häufig gestellte Frage. Die Antwort dazu : „Hier ist man in Kundennähe und hier entstehen die disruptiven Technologien, die die automotive Welt der Zukunft durcheinanderwirbeln“. Bei AVL lassen sich Celebrities ihre Oldies und schweren SUV auf „grün“ umrüsten. NASCAR Boliden werden am AVL-Prüfstand auf Herz und Nieren getestet und optimal auf die Rennstrecke eingestellt. Die Kameras bleiben in der Tasche, denn alles was hier herumsteht ist streng vertrauliche Entwicklungsarbeit und dementsprechend bis zur Unkenntlichkeit abgedeckt.

9.000 PS als Härtetest

Das Werk CP Carillo von Pankl Racing Systems produziert Kolben für Rennautos, die extremsten Belastungen standhalten müssen. Sie kommen bei F1 Boliden ebenso zum Einsatz wie bei Sportwagen aus dem Hause Ferrari, McLaren, Lamborghini und Porsche. Südkalifornien ist der bedeutendste High End – Automarkt der Welt. Um die extremen Belastungen zu demonstrieren, organisierte die Firma Pankl eine Show mit Top Fuel Drag Racer. Auf dem Parkplatz waren geschätzte 20.000 PS versammelt. Der Drag Bike Fahrer legte einen Burner beim Start hin, obwohl er das Gas nur behutsam antippte. Innerhalb von sechs Sekunden erreichen diese Bikes 380 km/h. Die stärksten Geschoße erreichen mit Nitromethan als Treibstoff aus dem Stand nach etwa 3,8 (!) Sekunden bis zu 530 km/h ! Bei der Show waren die Ohrstöpsel beim infernalen Lärm ein wichtiges Accessoire.

Der Höllenlärm eines Renntraktors hört sich im Vergleich zu einem 9.000 PS Monster wie eine Nähmaschine an. Was ich gelernt habe und gerne als Erfahrung weitergebe: Stehe nie zwei Meter neben einem 9.000 PS Ungeheuer, das zum Start gereizt wird, um ein Bild zu schießen. Vergewissere dich vorher, wohin die Auspuffreihen zeigen. Der Luftdruck ist so stark, dass es einen fast umwirft. Bei der Videoaufnahme habe ich dann schon etwas größeren Abstand gehalten. Pankl forscht in Kalifornien an der Entwicklung von Motorenkonzepten für 2020. Kalifornien ist ideal, weil das ganze Jahr über getestet werden kann.

Rennfahren mit VR

Beim Besuch der Firma CXC Simulations des Steirers Jochen Repolust kam Rennfahrstimmung auf. Am virtuellen Österreich Ring führten die Vertreter der österreichischen Medien als Testfahrer die Rennboliden aus den Ställen Porsche, McLaren, Ferrari und Lamborghini bis an die Grenzen der Physik heran. Beim Streifen der Curbes vibrierte es. Überholmanöver von Konkurrenten wurden ehrgeizig abgewehrt.

Zum Mittagessen gab es Pitches von zwei Unternehmen: Pankl Aerospace ist Hersteller von Hauptrotorwellen für die großen Helikopter von Sikorski, Bell, etc. Firma Pipeliner entwickelte eine neuartige CRM Software für Unternehmen und plant in fünf Jahren den Gang an die NASDAQ.

Im Anschluss stand noch ein Besuch des USC Schwarzenegger Institute for State and Global Policy an der renommierten University of Southern California (USC) am Programm.

Für die reiseerfahrene Gruppe war Jetlag ein Fremdwort. Am Abend waren Generalkonsulin Ulrike Ritzinger und ich Gastgeber eines Networking – Empfangs mit in Los Angeles lebenden Austrians. Unter den Gästen war Patrick Knapp, der Neffe von Arnold Schwarzenegger.

Resume : Los Angeles ist nicht nur Hollywood

Los Angeles ist nicht nur das Mekka der Filmwirtschaft. Mit dem Silicon Beach zählt Los Angeles weltweit nach Silicon Valley und New York City an dritter Stelle unter den Großstädten mit dem besten Eco-System für Startups. Eine Reihe von Unicorns – d.h. Startups mit einem Kapitalwert von über einer Milliarde USD – wie beispielsweise Snap, SpaceX und Beats sind in Los Angeles angesiedelt. Los Angeles gehört im Bereich Life Science zu den vier innovativsten Regionen in den USA. Los Angeles ist führend in den Bereichen Space, Aerospace, Clean-Tech, Entertainment, Mode, Gesundheit und Tourismus. Los Angeles ist nach San Francisco, San Jose, Boston und New York die Nummer 5 mit  den höchsten Investitionen in High-Tech Startups. In den letzten zwei Jahren wurden über sieben Milliarden US-Dollar in Startups investiert.

Was den Silicon Beach besonders macht ist die Verknüpfung von Tech- und Entertainment Industrie. Los Angeles ist mit dem größten Solar- und Elektrofahrzeugmarkt auch eine der größten grünen Metropolen in den USA. Los Angeles ist eine Stadt der Superlative. Allein der Großraum Los Angeles wäre als Volkswirtschaft die Nummer 17 der Welt.

Kalifornien ist mit 1,39 Milliarden (2016) der größte Importeur österreichischer Produkte unter den US-Bundesstaaten. Der Golden State ist für österreichische Unternehmen wegen seiner Marktgröße, der starken wirtschaftlichen Performance und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien eine attraktive Exportdestination. Die Umweltagenda von Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger wird von seinem Nachfolger fortgesetzt, was Chancen für österreichische Cleantech-Innovationen eröffnet. Kalifornien ist in vielen Bereichen US-Vorreiter – etwa bei trendy Konsumgütern, Lifestyle, Umwelttechnik, Film, gesunder Nahrung und HiTech-produkten – und damit ein interessanter Testmarkt.

Ist Ihnen beim Landeanflug in Los Angeles schon aufgefallen, dass Sie zwanzig Minuten lang über ein Häusermeer fliegen ?

Safe Travels ! See you in L.A.

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