nSIGHT 1 – ein Nanosatellit aus Südafrika

Weltraumforschung nicht nur im Kleinformat

Darf ich vorstellen? nSIGHT 1 – ein Nanosatellit aus Südafrika mit Gecko-Augen und Mandela im Herzen.

Nanosatellit nSIGHT1 – Foto SCS Space

Nein, es handelt sich hier um keinen Designer-Subwoofer und auch um keinen Goldbarren. Auch wenn die Entwicklung dieses Gerätes wahrscheinlich genauso viel gekostet hat. Erst recht nicht dient das kleine schwarze Loch auf der Vorderseite als Kopfhöreranschluss. Vielmehr handelt es sich um den solar- und batteriebetriebenen, 2kg leichten Nanosatelliten nSIGHT 1. Er wurde am 24. Mai 2017 von der „International Space Station“ aus ins Weltall geschossen. Dort wird er nun für 3 Monate zur Messdatensammlung die Erde umkreisen. Entwickelt wurde der kleine Satellit von SCS Space in Kapstadt, Südafrika. nSIGHT 1 ist der erste Nanosatellit, den der afrikanische Kontinent je hervorgebracht hat.

Die Entwicklung dieses Satelliten soll erst ein Anfang sein und zeigt welches  Potenzial im südafrikanischen WeltraumProgramm steckt. Über 70 % der Bestandteile des kleinen Datensammlers stammen von südafrikanischen Unternehmen. Und im Endeffekt profitieren wir alle von dem Wunderkästchen, das sich  mit der Erkundung der unteren Thermosphäre befasst. Die rosarote Linse auf der Vorderseite, der sogenannte „Gecko imager“, nimmt auf dem Weg durch den Kosmos in regelmäßigen Abständen in rot, grün und blau Bilder in höchster Qualität auf. Somit ist für den südafrikanischen Satelliten – wie für einen Gecko – die Nacht so bunt wie der Tag. Und wie bei fast allen positiven Entwicklungen in Südafrika spielt auch Mandela eine Rolle, denn die „Nelson Mandela Metropolitan University“ hat am Innenleben des Satelliten mitgewirkt. Es scheint daher, dass alle Kriterien für ein gelungenes Projekt erfüllt wurden, weshalb wir gespannt auf die Worte „Mission completed!“ warten.

Das südafrikanische Weltraumprogramm

Square Kilometer Array

Südafrika ist seit einigen Jahren in der Weltraumforschung aktiv. Themen sind vor allem die Erdbeobachtung, Fernerkundung und das Weltraumwetter. Das Ministerium für Wissenschaft und Technologie und die „South African National Space Agency“ (SANSA) unterstüzten auch private Unternehmen, die sich mit der Entwicklung von Raketenmotoren befassen. Derzeit sind etwa 150 Forscherinnen und Forscher im südafrikanischen Weltraumsektor beschäftigt und dieselbe Anzahl arbeitet an der Realisierung des „Square Kilometer Array“ (SKA) Projekts. Das SKA Projekt ist das weltweit größte, sich im Entwicklungsstadium befindliche, Astronomie-Projekt, von dem bis zum Jahr 2023 zwei Drittel aller Radioteleskope in Südafrika erbaut werden sollen. Die ersten 17 Schüsseln mit einem Durchmesser von je 13,5m stehen bereits. Das SKA soll im Radiobereich so intensiv und vielseitig ins All blicken, wie kein Instrument zuvor. Erwartet werden wichtige Messungen in den Bereichen Astrophysik, Kosmologie, Grundlagen- und Teilchenphysik bis hin zu neuen Erkenntnissen über schwarze Löcher.

 

Ideen aus aller Welt sind gefragt – auch aus Österreich

Innovation ChallengeIn Zusammenarbeit mit Airbus Defence and Space (ADS) hat SANSA eine „Open Innovation Challenge“ gestartet. ADS und SANSA suchen nach neuen kommerziellen und gemeinnützigen Anwendungsbereichen von satellitengestützten Erdbeobachtungsinformationen (Earth Observation Data). Auch Ideen aus Österreich sind willkommen! Gewonnen werden können Einblicke in diverse Datenprogramme, die Zusammenarbeit mit Weltraumspezialisten, ein 3-tägiger Workshop sowie ein 12 monatiger Forschungsaufenthalt in Johannesburg. Nähere Information dazu gibt es auf der Open Innovation Exchange des InnovationHubs in Pretoria. Worauf warten Sie noch? Vorschläge und Ideen werden noch bis zum 17. Juli 2017 angenommen. Auf nach Südafrika.

 

 

 

 

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