USA: Einchecken am Space Port in der Mojave-Wüste

Bei der Weltraum-Zukunftsreise standen der Space Port, die Weltraummesse Space Tech, NASA JPL, RAND, Weltraum-Startups u.v.m. am Programm.

Der Tower gibt sein OK und die Teilnehmer der Zukunftsreise des AußenwirtschaftsCenter Los Angeles zum Thema Luft- und Raumfahrt rollen in Vans über die Lande-und Startbahn des Mojave Air & Space Port in der MojaveWüste in Kalifornien. Der Space Port liegt etwa zwei Autostunden von Los Angeles entfernt.

Der Mojave Space Port ist einer der wenigen Flughäfen in den USA, wo F-16 Kampfjets im heißen Zustand aufgetankt werden können. Der ansonsten dicht beflogene US-Luftraum ist über der MojaveWüste frei und ideal für senkrechte Starts. Hier sind Weltraum-Startups zu Hause, die die Welt verändern. Der Anbieter von Ausflügen ins All – Virgin Galactic – zieht gerade sein Mutterschiff Space Ship Two in den Hangar. XCOR testet hier seine Raketen und feilt an der Struktur des Space Shuttle Lynx.

Das Zweisitzer-Raumschiff ist der Space-Roadster unter den Raumschiffen und startet von der Piste. XCOR entwickelt das Design seines Raumschiffs Lynx weiter und testet Raketen. Beim Flug werden Weltraumtouristen etwa fünf Minuten Schwerelosigkeit erleben. Die G-Kräfte, denen die Weltraumtouristen ausgesetzt sind, schwanken zwischen 1,25 G und 4,5 G beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

 

Raumschiff Lynx von XCOR

 

Der Raketenhersteller Interorbital Systems bastelt in seinem Hangar an der weltkleinsten Launch-Rakete, um gleichzeitig sechzig Kleinstatelliten – sog. Cubesats – aussetzen zu können. Interop startet seine Raketen etwa 100 Kilometer westlich von L.A. mit einem „Floating Launch“ im Pazifik. Damit wird die Launch-Warteschlange vermieden, auch ist es die kostengünstigere Variante für Raketenstarts. Die 500-Gramm-Mondfracht ist zu einem Schnäppchenpreis von einer halben Million US Dollar zu haben.

Raketenhersteller und Cubesats-Carrier Interorbital Systems

Space is Big Business

Der Engpass in der kommerziellen Raumfahrt liegt in der leistbaren Launch-Kapazität, hören wir bei der Space Tech Expo & Conference in Pasadena. Es ist dies Amerikas wichtigster Weltraumtreff und bietet die Möglichkeit, Chancen in der Weltraum-Lieferkette zu sondieren und Innovationen der Space-Community zu präsentieren.

Pitch eines Weltraumstartups bei Space Tech Expo & Conference

Aus Österreich stieß ASA Astrosysteme Austria mit seinen Komplettsystemen für Laser Kommunikation und Satelliten Tracking auf großes Interesse. Der Standort von Satelliten kann mit ASA-Teleskopen präzise bestimmt werden. Sogar Weltraum-Müll in einer Größe von 10 cm wird in einer Entfernung von 36.000 Kilometern robotergesteuert ausgeforscht, fotografiert und in den Space-Katalog eingetragen. Auch der WirtschaftsOskar-Preisträger 2015 TTTech Computertechnik demonstrierte seine Weltraumkompetenz im Rahmen der Konferenz.

Trends : Kollaboration, Cubesats, Miniaturisierung und Startups

Beim Expo-Rundgang fiel auf, dass sich der Trend zur Miniaturisierung in der Elektronik fortsetzt. Der Markt für Datenanalyse wird auf 50 bis 100 Milliarden USD geschätzt und der größte Abnehmer von Weltraumdienstleistungen wird bis 2030 der Privatsektor sein. Der Verkehr im Weltraum nimmt zu und damit auch die Kollisionsgefahr. 1.500 Satelliten, 23.000 Weltraum-Müllteile größer als zwanzig Zentimeter und Millionen kleinerer Teile erfordern ein neues globales Space Traffic Management System. Der Ausbau der Weltrauminfrastruktur setzt auf den Einsatz innovativer Fertigungsmethoden wie 3D-Printing. Das Weltraum-Business ist längst keine Domäne allein von Branchengiganten wie NASA und Boeing oder Milliardären wie Richard Branson oder SpaceX CEO Elon Musk. Auch für kleine und mittlere Unternehmen bietet die Weltraumindustrie eine Vielfalt von Chancen. Diese leisten mit ihren Innovationen und unkonventionellen Ansätzen einen wesentlichen Beitrag zur dynamischen Entwicklung des Space-Business.

Besucht wurde der F&E Gigant Aerospace Corporation, das Aeronautik-Programm der University of Southern California und NASA JPL, das Kommandozentrum für Marsflüge. Beim renommierten Think Tank RAND erhielten wir einen Überblick über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen. Mit der breiten Anwendung von Flügen außerhalb der Sichtweite des Piloten – sog. BVLOS-Flüge – wird erst in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren zu rechnen sein. Den Abschluss des Aerospace-Ausfluges bildete ein Besuch bei Pankl Aerospace in Cerritos. Hier werden die Hightech Hubschrauber-Hauptrotorwellen unter strengsten ITAR-Regeln hergestellt.

Teilnehmer der Weltraum-Zukunftsreise 2017

Lust auf einen Ausflug in den Weltraum? 125.000 USD (XCOR-Ticket) oder 250.000 USD (Virgin Galactic) – das ist die Frage!

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