Das war die Austria Connect North America 2017 in Stanford

WKO-Vize Jürgen Roth und Botschafter Wolfgang Waldner eröffnen den zehnten Treff amerikanischer Niederlassungsleiter auf der Stanford University

Zur Austria Connect North America 2017 versammelte sich im September das ‚Who is Who‘ der österreichischen Industrie im Silicon Valley, der schnelle Brüter für Innovationen und das Mekka für Startups. Das zehnjährige Austria Connect – Jubiläum fand unter dem Motto „Society Transforming Technologies“ statt. Den feierlichen Rahmen bildete das Ambiente auf dem Campus der renommierten Stanford University. Am Vorabend fand der traditionelle Networking Empfang im Computer History Museum in Menlo Park statt. Die Band spielte neben „uralten“ Computern – die bei der Mondlandung zum Einsatz kamen und eine geringere Rechenleistung als unser Smartphone – und dem selbstfahrenden Auto von Google auf.


Ohne die großzügige Unterstützung unserer Sponsoren und der Treue der Teilnehmer wäre dieser Event nicht möglich gewesen. Alle zehn Events besuchten beispielsweise Helmut Kratky, Bank Austria UniCredit Bank und Egon Okron, Firma Plansee USA. Sie wurden dementsprechend mit zehn goldenen Austria Connect Stars auf ihrem Badge ausgezeichnet. Die Austria Connect wurde in den vergangenen Jahren in New York, Washington DC, Chicago, Atlanta, Boston und Los Angeles organisiert. Die Locations waren immer herausragend. Beispielsweise im Tower in New York mit Blick auf Ground Zero, in der Georgia Tech University, im MIT, in der US-Handelskammer in Washington, in der Notenbank von Chicago und im Think Tank RAND in Los Angeles. Das Format geht zurück auf meinen New Yorker Kollegen Christian Kesberg, der die Idee hatte, Niederlassungsleitern österreichischer Unternehmen in den USA eine Plattform zum Erfahrungsaustausch, Netzwerken und den Zugang zu interessanten Themen zu ermöglichen.

Die Konferenz in der Bechtel Hall eröffneten Wirtschaftskammer Vizepräsident Jürgen Roth und Österreichs Botschafter Wolfgang Waldner. Die Innovationshochburg Silicon Valley hat den Vorteil, alle Top-Vortragenden im Radius einer Autostunde zu haben. Für die Stanford Professoren Richard Dasher und Fritz Prinz war es überhaupt nur ein Fußmarsch.

„Du kannst die Zukunft nicht vorhersagen, aber sie selbst aktiv gestalten“, erklärte Sean Ness vom Institute for the Future. Unternehmen müssen sich auf mehrere unterschiedliche Zukunftsszenarien einstellen und außerhalb der Box denken. Ein Dilemma sei meist Jahre im Vorhinein erkennbar und es gibt dementsprechend Zeit zu reagieren. So hat beispielsweise der Trend zum autonomen Fahren Auswirkungen auf zahlreiche Branchensegmente.

Zukunftsexperte Sean Ness

Cyril Ebersweiler – Gründer des weltgrößten Hardware Accelerator HAX – wies auf die starke Senkung der Eintrittsbarrieren im Hardwaresektor hin. Für den Bau eines Roboters waren vor zehn Jahren noch ein Team von zehn Personen über einen Zeitraum von vier Jahren und ein Kapitaleinsatz von rund zwei Millionen US-Dollar erforderlich. Heute bauen zwei Projektmitarbeiter einen Roboter in rund 18 Monaten und kommen mit etwa fünf Prozent der früher erforderlichen Investitionssumme aus. HAX investierte beispielsweise in das österreichische Startup Wunderkind. China hat mit zwölf Unternehmen zur Zeit die meisten Hardware Unicorns, gefolgt von USA (10) und Europa (1). Unicorns sind Startups, die nicht älter als zehn Jahre sind und einen Kapitalwert von über einer Milliarde US-Dollar haben.

Toni Emsenhuber, AC L.A. steuert den komplexen Ablauf im Regieraum

Cyril Ebersweiler

Rick Rasmussen von der UC Berkeley unterstrich die vielfältigen Instrumente zur Förderung von Innovationen, die im Silicon Valley zum Einsatz kommen – wie etwa Demo Days, Pitching Days und Hackathons. Das Silicon Valley ist mit seinem einzigartigen Eco-System das Mekka für Startups. Aber nicht nur : Etablierte Unternehmen können im Valley ihre Antennen nach disruptiven Technologien ausfahren.

Design Thinking wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Nicht die Vielfalt an Produktfunktionen steht im Vordergrund, sondern das Kundenerlebnis. Erforderlich ist dazu ein neuer, offener Ansatz der Problemlösung. Dies veranschaulichte Lunar-Präsident John Edson in seinem Workshop.

Design Thinking Workshop

Der niederösterreichische Spitzenforscher und Stanford Professor Fritz Prinz wies auf die rasche Senkung der Kosten erneuerbarer Energien hin, die in absehbarer Zeit bei zwei Cent pro Kilowatt Stunde liegen könnten.
Der „heilige“ Gral ist das Speichern von Energie. Wirtschaftskammer Präsident Christoph Leitl unterzeichnete Anfang September ein Abkommen mit der Stanford University, das österreichischen Unternehmen Zugang zu Spitzenforschern und zum Netzwerk der Universität ermöglicht.

Im Silicon Valley Stil wurden alle Informationen rund um die Connect auf der Super Event App abgespeichert und erstmals in der Connect-Geschichte wurde auf ein gedrucktes Programm verzichtet. Die Logos der Sponsoren waren eyecatching auf den Rucksäcken und Austria Connect T-Shirts angebracht. Die Teilnehmer stimmten mit großer Mehrheit über den Austragungsort der Austria Connect North America 2018 ab: Toronto.

Der Silicon Valley – Treff klang bei Live Musik im Business Accelerator Plug and Play Tech Center aus. Am Samstag besuchten wir den einzigen Winzer in Palo Alto und verkosteten Pinot Noir, Chardonnay und seinen White Port. Der Winzer – wie könnte es anders – sein, war ein Silicon Valley Veteran mit fünf erfolgreichen Exits. Im Silicon Valley gibt es übrigens einen Spruch : „Wie wird man am schnellsten Millionär ?“ – „Wenn Du als Milliardär anfängst Wein anzubauen“.

Die AC’s North America. See you in Toronto

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