Smart City: Schlägt Singapur Wien ?

Wien hat sich in der Kategorie „Lebenswerteste Stadt“ in den letzten Jahren eindrucksvoll an die Spitze gesetzt. Bei der Wertung „Smartest City“ ist zwar Wien immer unter den Top Ten, die Reihung wechselt aber je nach Quelle der Studie (zB Roland Berger, 2018). Eine Stadt die vorne mitmischt ist: Singapur! Der Stadtstaat mit 5,6 Millionen Einwohnern ist damit die einzige Stadt Asiens die vorne dabei ist.

Was benötigt man um eine Smart City zu sein ?

Die Definiton lautet: eine Stadt, die an verschiedenen Punkten anhand von Sensoren Daten sammelt um damit Ressourcen effizient zu steuern. Hier unterscheiden sich Wien und Singapur ziemlich. In Europa dürfen viele Daten nicht gesammelt bzw. ausgewertet werden (Stichword Datenschutzgrundverordnung). In Singapur hingegen geben die Bürger ihre Daten gerne her. Das passiert überall und den ganzen Tag. Sie tun dies, weil sie davon ausgehen, dass der Staat ihre Daten verwendet um die Lebensqualität zu verbessern. Die Anzahl der Daten die zur Verfügung stehen, ist dadurch in Singapur besonders hoch. Eine Forschungseinrichtung die diese Daten nutzt ist der Singapur Ableger der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule).

Die Arbeit der ETH in Singapur

Ein Beispiel was man damit machen kann zeigt uns Professor Schmitt. Er ist der Leiter der ETH in Singapur. Er erhält Zugang zu den Verkehrsdaten. Daraus errechnet er, wie stark sich die Stadt durch die Autos („fahrende Öfen“ nennt er sie auch) erwärmt.

Professor Schmitt, ETH Future City Lab

Mit den gewonnenen Daten werden Simulationen angestellt. In der ersten Phase wird analysiert, wie sich die Verkehrsströme auf die Erwärmung auswirken. Damit wird gezeigt, welche Effekte verschiedene Maßnahmen haben. Das ist deshalb wichtig, weil Stadterwärmung (Urban Heating) eines der größten Probleme der nächsten Jahrzehnte sein wird. Da ist Wien ganz vorne dabei. Aber diesmal leider im negativen Sinn, nämlich als eine der drei am stärksten betroffenen Städte (neben Zürich und Rom). Die Temperaturen werden um knapp vier Grad steigen. Die Menschen werden an den Stadtrand ziehen. Dies verstärkt aber den Temperatureffekt nur noch mehr denn die Anzahl der Pendler steigt. Ein Teufelskreis.
Prof.Schmitt ist auch mit dem Smart City Büro der Stadt Wien sehr eng in Verbindung. Er meint dass man in Wien in puncto Einbindung der Menschen ganz vorne mitmischt.

Aus Smart City wird Smart Nation

Die Smart Nation Initiative der singapurischen Regierung wurde offiziell 2014 angestoßen. Das Ziel ist, sämtliche Lebens- und Arbeitsbereiche in Singapur zu verbessern. Dazu hat die Regierung drei aufeinander aufbauende Säulen definiert: Digital Economy, Digital Government und Digital Society. Die Transformation umfasst alle Branchen, Unternehmen und Behörden.

Die Regierung hat eine eigene Webseite zu Smart Nation Singapore eingerichtet, wie jeder dazu beitragen, aber auch profitieren kann.

 

 

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