Runter vom Sattel, rein in die Bindung: Kopenhagen wird zur Schistadt

Um sich auf die Schisaison vorzubereiten, muss man in Dänemark nicht mehr weit fahren: Der Berg kommt zu einem! Copenhill, die grüne Kunst-Schipiste am 85m hohen Dach der Müllverbrennungsanlage Amager Bakke, öffnet ihre Pforten. Mitausstatter: drei Firmen aus Österreich.

Dass das platte Dänemark ein Land der SchifahrerInnen ist, wissen unsere Tourismusbetriebe: Mehr als eine Million Nächtigungen dänischer Gäste können sie in einer Wintersaison durchschnittlich verbuchen.

Um sich auf die Schisaison vorzubereiten, müssen die DänInnen nun nicht mehr weit fahren: Der Berg kommt zu ihnen. Copenhill – die grüne Kunst-Schipiste am 85m hohen (123m mit Schlot) Dach der Müllverbrennungsanlage Amager Bakke öffnet ihre Pforten. Mitausstatter: drei Firmen aus Österreich.

Dresscode Schischuh: Stararchitekt Bjarke Ingels beim Festreden

Sechs Herzen für den Schihügel

Windbedingter Baustopp, Sicherheitsbedenken, fehlende Genehmigungen: Schon längst hätte er eröffnet werden sollen und komplett fertig sieht er auch am Festtag noch nicht aus, der silberschimmende Schihügel, der die Skyline Kopenhagens prägt. Der Begeisterung tut dies keinen Abbruch. Ungeachtet einiger Löcher im Boden, baubedingter Absperrungen und Erdhügel herrscht reges Treiben an den Liften. Kopenhagens Bürgermeister, der für die architektonische Vision verantwortliche Stararchitekt Bjarke Ingels und ein gelöster Projektleiter – alle strahlen und meinen stolz: Wo sonst in der Welt kann man mit 360 Grad Rundumblick 30 Minuten vom Stadtzentrum entfernt hoch über den Dächern das ganze Jahr über Schifahren? Oder entlang der Gebäudeseite mittels Kletterwand die Bergstation erklimmen. Sechs von sechs Herzen vergibt die Tageszeitung Politiken dann auch für die einzigartige Kombination aus industrieller Infrastruktur und Freizeitpark.

Kalorienverbrennung x2

KopenhagenerInnen radeln natürlich zum Skifahren

Zuerst war das Kraftwärmewerk. Seit 2017 nimmt die Amager Bakke den Abfall von beinahe 650.000 Einwohnern und 68.000 Unternehmen entgegen und produziert so Wärme für 72.000 bzw. Strom für 30.000 Haushalte. Zu den kalorischen Produktionsfakten reihen sich nun die Erholungsfakten: 370m Schihügel mit vier Pisten (grün, grün/blau, schwarz/rot), drei Teppichlifte und ein Tellerlift, vom norwegisch/schwedischen Fjeld inspirierte Lauf- und Wanderwege, ein Aussichtspunkt auf 82m und die mit 80 Metern welthöchste Kletterwand. Nebenbemerkung Ihrer Wassersport-begeisterten Blogautorin: Wer genug von der grünen Plastikpiste hat, kann gleich auf der anderen Straßenseite den Wasserschilift mit Strandbar ausprobieren.

Mit dem Fahrrad zum Schispaß

Für Kopenhagen wenig überraschend, ist der Copenhill am einfachsten per Drahtesel zu erreichen. Vom AußenwirtschaftsCenter radelt man ca. 20-30 Minuten – je nach Fahrstil. Runter vom Sattel, rauf auf die Schi. Einlass zum Vergnügen gewährt das Zugangssystem der Salzburger Firma Axess, mit dem Zauberteppich der Firma Sunkid aus Tirol geht’s rauf auf den Berg. Nach erfolgreicher Abfahrt sorgt die oberösterreichische Wintersteiger mit ihrem Schiaufbewahrungssystem für die sachgemäße und platzsparende Lagerung der Ausrüstung. Nach einem Germknödel wird man in der Café-Bar zu Tale aber vergeblich suchen: DänInnen mögen keine Knödel, habe ich mir einmal von einem Touristiker sagen lassen.

 

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