Mit dem Auto durch die Gebirgswelt Kirgistans

Gespräche mit Geschäftsleuten und Managern, wilde Tiere auf der Fahrbahn, magische Gebirgsseen und gewaltige Wetterumschwünge: eine Dienstreise in Zentralasien ist immer ein kleines Abenteuer.

600 Kilometer fahre ich auf der atemberaubenden Gebirgsstraße von Bischkek nach Osch.

Bei sommerlichen Temperaturen von über 35 Grad Celsius starte ich meine Reise in den Süden Kirgistans. Bevor ich nach 250 Kilometern im Hotel in Bischkek absteige, mache ich noch einen Abstecher zum Issyk-Kul See, mit seinen knapp 700 Metern Tiefe einer der tiefsten Seen der Welt. Hier fanden auch die Nomaden Weltspiele statt. Bei der Abfahrt um 9 Uhr fängt es heftig an zu regnen.

Nach Passieren der Baustellen sieht das Auto verschmutzt aus wie nach einer Rallye.     

Regen und 4 Grad Celsius

Durch eine enge Schlucht mit Wildbach klettert die Mautstraße auf 3.100 Meter Seehöhe. Der Verkehr hat abgenommen. Es hat 4 Grad Celsius und es ist windig.

Bei der Tunneleinfahrt am Pass zeigt die Ampel rot und LKWs müssen anhalten. Auf der anderen Tunnelseite bietet sich eine atemberaubende Sicht auf nebelverhangene Berge und ein weites Hochplateau. Nomaden hüten hier ihre riesigen Schaf- und Pferdeherden. Rauch steigt aus einigen Jurten auf. Am Straßenrand bieten Imker besten Honig an.

Tunneleinfahrt auf 3000 Metern Seehöhe. 

Reiseproviant am Straßenrand. 

Jurten auf einem Gebirgs-Hochplateau in Kirgistan. 

Gegen 22 Uhr erreiche ich Osch, die zweitgrößte Stadt Kirgistans. Hilfsbereite Einheimische weisen den Weg, da das Navigationsgerät das Hotel nicht findet. Bei meinen Gesprächen kommt die Anreise mit dem Auto sehr gut an. Es signalisiert Interesse an Land und Leuten. Und dieses Interesse ist gut, denn Grund meiner Reise ist die Sondierung von Geschäftschancen für österreichische Unternehmen in Kirgistan und die Ankündigung einer Wirtschaftsmission.

Meeting mit dem Gouverneur von Osch. 

Geschäftschancen für Technologien aus Österreich

Bei meiner Rückfahrt gibt es Wetter vom Feinsten. Stauseen strahlen im gleißenden Sonnenlicht. Kirgistans Gold sind die immensen ungenutzten Wasserreserven, die zu den größten der Welt gehören und auch für Technologien aus Österreich riesige Geschäftschancen eröffnen würden. Ich entwerfe während der schier endlosen Fahrt spektakuläre Projekte, um Kirgistan in das internationale Scheinwerferlicht zu holen. Der härteste Ultra-Triathlon der Welt: Schwimmen im Issyk-Kul See, ein 200 km Lauf nach Bischkek und anschließend die 600 km Nord-Süd-Herausforderung mit dem Rennrad. Oder die welterste Gebirgsrallye, bei der Profis gegen selbstfahrende Autos antreten. Ich würde die Wild Card mit einem ADVANTAGE AUSTRIA Boliden annehmen.

Unberührte Gebirgsseen in Kirgistan. 

Doch jetzt ist wieder Konzentration angesagt. In einem engen Tunnel wird ein defekter PKW geborgen. Auf der anderen Bergseite hat sich inzwischen ein langer LKW Rückstau gebildet.

2.000 Kilometer und knapp fünf Tage später bin ich am Samstag wieder zurück in Almaty. Am Montag sitze ich dann schon wieder im Flieger auf einer Dienstreise nach Usbekistan und überfliege die beeindruckende Gebirgswelt Kirgistans.

Tipps

  • Bei Unkenntnis des lokalen Fahrstils ist ein Fahrer empfehlenswert.
  • Russisch-Kenntnisse sind wichtig.
  • Rechne mit einem entgegenkommenden Fahrzeug in nicht einsehbaren Kurven.
  • Am Straßenrand stehende Fohlen können rasch die Seite wechseln. In der Straße stehende Pferde- oder Schafherden sind kein Verkehrshindernis, sondern perfekte Fotomotive.
  • Vermeide es in der Nacht zu fahren.

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