Kreativ ins neue Jahrzehnt

Kopenhagen ist Hotspot der Kreativwirtschaft. Die WKÖ-Wirtschaftsdelegierte Cosima Steiner hat vor Ort mit der Österreicherin Lena Marie Glaser gesprochen. Gefördert von der Wirtschaftskammer tauchte sie zu Jahresbeginn in eine pulsierende, dem Wintergrau trotzende Kreativszene ein.

Danish Design hat Tradition, die dänischen Creative Industries sind aber weit mehr als geradlinige Innenausstattung, Mode und Architektur. Gemeinsam mit dem Coworking-Programm für Kreativschaffende tummeln wir uns seit Jahresbeginn für sechs Monate im Kopenhagener Kreativbecken.

Very Danish: Vom Gerichtsgebäude zum „Kontorhotel“

Ein bisschen dunkel ist es draußen derzeit schon, meint New Work Expertin Lena Marie Glaser, als wir einander im farbenfrohen NOMAD Workspace treffen. Sie ist die erste von fünf KreativwirtschaftlerInnen, die von Jänner bis Juni ihren Arbeitsplatz für ein bis zwei Monate von Österreich nach Kopenhagen verlegen und einen Deep Dive in das lokale Ökosystem machen. Das NOMAD ist ein ehemaliges Gerichtsgebäude im hippen Bezirk Nørrebro, das die beiden Cofounder – ein Tech Entrepreneur/DJ und der Gründer eines Kleiderlabels – kurzerhand in ein stilsicheres, dabei heimeliges Kontorhotel  (übersetzt: Bürohotel, neudeutsch: Coworking Space) voll mit dänischer Kunst und Möbeldesign verwandelt haben.

Lena bestätigt: In der Jänner-Dunkelheit macht das hyggelige Ambiente des NOMAD richtig Lust drauf zu verweilen, ins Gespräch zu kommen und zu schaffen. Sie ist in regem Austausch mit ihren selbstständigen Sitznachbarn und den Jungunternehmen, die im NOMAD herangewachsen sind. Dass bei diesen zum Teil auch ÖsterreicherInnen arbeiten, macht das Netzwerken gleich leichter.

Mit dem Coworking Programm über den Tellerrand schauen

Kennenlernen, sich inspirieren lassen, zusammenarbeiten, Expertenfeedback erhalten… Das Coworking-Programm der Kreativwirtschaft Austria (KAT) gibt österreichischen Kreativschaffenden einen Arbeitsplatz auf Zeit in vier Kreativmetropolen, u.a. Kopenhagen. Vor Ort werden die TeilnehmerInnen von den AußenwirtschaftsCentern unterstützt. Bei uns sind es praktische Fragen wie Wohnungssuche oder wo bekomme ich ein Fahrrad her, genauso wie das Verlinken mit Netzwerkkontakten und Marktinformationen. Auch bei der Wahl des Coworking-Spaces waren wir involviert. Das NOMAD überzeugte uns hinsichtlich Community, Lage, Größe und Ambiente, aber auch Support des Managements.

Auf Lena folgen Sonja, Christian, Sebastian und Andrea

Nach Lenas Abreise übernahm Anfang Februar die Illustrationskünstlerin Sonja Stangl mit ihrem Inky.Land den Arbeitsplatz im NOMAD. Im März und April folgt Christian Pauzenberger von vielö, deren Bio-Kosmetik auf Molkebasis durch minimalistisches Design besticht. Im Mai nimmt Sebastian Snadek Platz, er ist im Film, Video und Visual Culture Bereich tätig. Und im Juni werde ich erfahren, was es mit dem Werkstättennamen Honigkuchenpferd auf sich hat, wenn Grafikdesignerin Andrea Ettinger einen Monat lang ihre Arbeitsstätte nach Kopenhagen verlegt.

Die Eindrücke von Lena, Sonja und Co. sind gesammelt nachzulesen: Coworker berichten. Hier ein paar Fotoeindrücke von Lenas Aufenthalt. Sämtliche Fotos: © Lena Marie Glaser.

Neujahrsfeier bei den NOMADen

Inspiriert vom Besuch im NOMAD mit seinen gutgekleideten Entrepreneurs, stilvollem Interieur und kreativem Buzz dachte auch das AC Kopenhagen outside the box:  Wir verlegten unseren heurigen Neujahrsempfang kurzerhand zu den NOMAD-en. Beim Anstoßen auf die 20er erinnert sich unser Vertrauensanwalt: Als ich das letzte Mal hier war, war’s wegen eines Gerichtsverfahrens. Das war damals lang nicht so kreativ.

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