Das Gefühl, Eigenes in der Ferne zu finden

Weit weg von zuhause - und plötzlich findest du etwas, das du auf den ersten Blick gar nicht für möglich hältst: Österreich und Uganda, wir haben mehr gemeinsam, als ich dachte.

Welcome to Kampala!

Zuerst einmal hat mich Kampala positiv überrascht. Von Nairobi kommend und alle gut gemeinten Ratschläge berücksichtigend habe ich mich mental auf das Schlimmste vorbereitet: Schmutz, Staub, alte Autos und verstopfte Straßen. Nun mag es natürlich auch an dem neuen Highway liegen, der die Stadt Entebbe mit Kampala verbindet. Der erste Eindruck von Uganda war jedenfalls unerwartet: sauber, modern, geordnet. Die Häuser nebst der Einfahrtstraße tipptopp. Das dürfte die obere Mittelschicht sein. Natürlich lässt sich daraus nicht auf ganz Uganda schließen… aber immerhin.

Uganda – The Land of Beauty

The land of beauty (Winston Churchill). The pearl of Africa’s Crown (Nationalhymne). Das ist es also, das Land des Idi Amin, des Letzten Königs von Schottland, des Herren aller Tiere der Erde und aller Fische der Meere. Des Bezwingers des britischen Weltreichs in Afrika allgemein und besonders in Uganda. Oder: des Schlächters von Afrika. Wahnsinn ist das lange her… wirklich? Eine Generation, 40 Jahre.

Und seither?

Das Land hat viele Diktatoren gesehen, der jetzige Präsident regiert seit 34 Jahren. 1985 ist er nach Österreich gekommen, um den damaligen ugandischen Diktator zu stürzen. Und hat sich mit Gleichgesinnten im „Gasthof zum grünen Jäger“ getroffen, in Unterolberndorf, nahe Mistelbach. Klar, wo sonst? Es dürfte wohl keinen unauffälligeren Platz auf Gottes Erde geben. Aus nächtelangen Diskussionen ist ein Zehn-Punkte-Manifesto entstanden, das nach dem Sturz von Kurzzeit-Präsident Tito Okello der Grundpfeiler der heutigen ugandischen Verfassung wurde. Sie muss gut sein – Präsident Museveni ist nach 34-jähriger Amtszeit immer noch an der Macht.

Spatenstich

Die Beziehungen zu Uganda sind gut, Präsident Museveni hat Österreich immer noch in bester Erinnerung. Für die österreichische Entwicklungszusammenarbeit ist Uganda ein Schwerpunktland, die Austrian Development Agency unterhält ein eigenes Büro in Kampala. Der Außenhandel ist mit 8 Mio. Euro Exporte und halb so vielen Importen ausbaufähig. Wir kaufen hauptsächlich Kaffee, Vanille, Sesam und Eichenholz und verkaufen Maschinen, Flugzeuge und einen berühmten Energy Drink. Und in Zukunft hoffentlich auch vermehrt Krankenhausausrüstung für Spitäler – ein Liefervertrag für ein Krebsspital im Norden Ugandas konnte im Rahmen der Delegation unterzeichnet werden. Ich freue mich auf den Spatenstich!

2 comments

  1. Avatar
    Fritz
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    Bitte lassen Sie Gott beiseite. Dieser Gott müsste ja furchtbar bescheuert sein wenn er seit Ewigkeiten Welten erschafft in denen man sich so abmühen muss – der Typ also rein gar nix dazulernt.
    Der jetzige President macht seit 34 Jahren einen guten Job? Schön! Change an sich ist kein zukunftsfähiges Konzept.

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